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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Jan Diedrichsen

Myanmars Militär hat bei einem verheerenden Luftangriff auf ein Konzert einer Rebellengruppe der ethnischen Minderheit der Kachin rund 60 Menschen getötet, darunter auch Musiker und zahlreiche Zivilisten, wie die Organisatoren vor Ort berichten.

 

VOICES berichtet

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Menschheitsverbrechen im Schatten eines Militärcoups – Rohingya verschwinden und die Weltgemeinschaft schweigt  

Facebook und der Völkermord an den Rohingya

 

Der Angriff erfolgte drei Tage vor einem Sondertreffen der südostasiatischen Außenminister in Indonesien, auf dem die zunehmende Gewalt in dem Land erörtert werden sollte.

Die Zahl der Opfer bei der Feier im nördlichen Bundesstaat Kachin scheint die höchste bei einem einzelnen Luftangriff des Militärs zu sein, seit es im Februar letzten Jahres durch einen Staatsstreich die Macht übernahm und die gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi stürzte.

Medien, die mit dem Kachin-Volk sympathisieren, haben im Internet zahlreiche Videos veröffentlicht, die die Folgen des Angriffs zeigen. Der Angriff fand während der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Gründung der Kachin Independence Organisation (KIO) statt, der wiederum in einem Stützpunkt abgehalten wurde, der auch vom bewaffneten Flügel, der Kachin Independence Army (KIA), genutzt wird. Der Stützpunkt befindet sich in der Nähe des Dorfes Aung Bar Lay in der Gemeinde Hpakant, einem abgelegenen Berggebiet 1000 Kilometer nördlich von Yangon.

Seit Jahrzehnten streben die Minderheiten Myanmars nach mehr Autonomie. Der Widerstand der verschiedenen Volksgruppen hat mit der Bildung einer bewaffneten pro-demokratischen Bewegung, die sich gegen die Machtübernahme durch das Militär im vergangenen Jahr wendet, landesweit deutlich zugenommen. Bei der Niederschlagung des Widerstandes sollen im letzten Jahr ca. 2 300 Zivilisten getötet und 15 000 Menschen verhaftet worden sein.

Das UN-Büro in Myanmar erklärte, es sei „zutiefst besorgt und traurig über die Berichte über die Luftangriffe“, während Amnesty International warnte, der Angriff zeige ein Muster der eskalierenden Unterdrückung durch die Regierung. „Das Militär hat in seiner eskalierenden Kampagne gegen Oppositionelle eine rücksichtslose Missachtung des Lebens von Zivilisten gezeigt. Es ist schwer zu glauben, dass das Militär nicht wusste, dass sich am Ort dieses Angriffs eine bedeutende Anzahl von Zivilisten befand“, erklärt Hana Young, stellvertretende Regionaldirektorin von Amnesty International.

„Wir befürchten, dass dieser Angriff Teil eines Musters rechtswidriger Luftangriffe des Militärs ist, bei denen Zivilisten in Gebieten, die von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden, getötet und verletzt wurden“, so Young weiter. „Das Militär muss den von diesen Luftangriffen betroffenen Menschen und anderen Zivilisten in Not unverzüglich Zugang zu medizinischer und humanitärer Hilfe gewähren.“

Amnesty wirft der Junta vor, seit dem Staatsstreich von 2021 weit verbreitete Gräueltaten begangen zu haben, darunter zahlreiche Morde, willkürliche Inhaftierungen, Folter und gewaltsame Vertreibungen von Zivilisten.