Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV)

„Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation. Sie entstand 1968 aus dem Protest gegen den Völkermord in Biafra. Die GfbV verbindet hauptamtliche Menschenrechtsarbeit mit dem ehrenamtlichen Engagement ihrer zahlreichen aktiven Mitglieder sowie Fördererinnen und Förderer, die sich auf verschiedenste Weise weltweit einbringen.

Die GfbV setzt sich für die Rechte ethnischer, religiöser, sprachlicher autochthoner Minderheiten und Nationalitäten sowie für die individuellen und kollektiven Rechte indigener Völker ein. Sie engagiert sich für den Schutz der Zivilbevölkerung vor schwersten Menschenrechtsverletzungen sowie für die Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord (Genozid). Wir sehen die Menschenrechte als universell, unteilbar und unveräußerlich an.

Gemäß unserem Leitmotto „Eine Stimme für die, die keine Stimme haben“ gilt der besondere Einsatz der GfbV solchen verfolgten Nationalitäten, Minderheiten und indigenen Völkern sowie Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen, die von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden.

Wir arbeiten nicht über die Köpfe Betroffener hinweg, sondern setzen uns gemeinsam mit ihnen für eine Anerkennung ihrer Rechte und für eine Verbesserung ihrer Lage ein.

Die GfbV engagiert sich für einen wirksamen Schutz von Minderheiten, Nationalitäten und indigenen Völkern im Völkerrecht und in den nationalen Rechtsordnungen. Der Stärkung des internationalen Systems zum Schutz von Menschenrechten kommt dabei besondere Bedeutung zu.

— Aus dem Grundsatzprogramm der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

Von links nach rechts: Claus Biegert, Tjan Zaotschnaja, Jan Diedrichsen, Wolfgang Mayr

GfbV-Voices

Voices ist eine Onlineplattform der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Redaktionsteam:

  • Claus Biegert
  • Tjan Zaotschnaja
  • Wolfgang Mayr
  • Jan Diedrichsen

Weitere Autoren (in der Reihenfolge ihrer Gastbeiträge)

  • Prof. Dr. Axel Schönberger
  • Thomas Bennedikter
  • Rodion V. Sulyanziga
  • Dmitry Berezhkov
  • Dr. Theodor Rathgeber
  • Belma Zulčić
  • Anke Konietzny
  • Simon Constantini
  • Mateo Taibon
  • Dietmar Hasse
  • Jasna Causevic
  • Tilman Zülch
  • Alexander Diepold
  • Kamal Sido
  • Matthias Festerer
  • Singo Leiyo

Mission statement – Von denen niemand spricht

Es gibt Menschen, die können nicht anders. Sehen sie ein Unrecht, schreiten sie ein. Schreiben, schreien, streiten, singen, malen, dichten, vertonen, demonstrieren, mahnen, stellen sich in den Weg. Künstler und Aktivisten sind es vor allem, Grassroots, immer häufiger kommen sie aus den indigenen Gesellschaften dieser Welt.

Ihre Geschichten tauchen nicht auf in den großen Medien.  Wir wollen daher Verbündete sein für jene, von denen niemand spricht. Und wir wollen Stellung nehmen. Provokant, parteiisch, kritisch und auch selbstkritisch.

Wir wollen als GfbV-Online-Plattform eine Stimme für jene sein, die keine Stimme haben. Wir werden auf die katastrophale Situation der Schwächsten, der ethnischen, religiösen, sprachlichen, autochthonen Minderheiten und Nationalitäten sowie der indigenen Völker weltweit aufmerksam machen. Wir wollen dazu beitragen, die Schönheit der Minderheiten, Nationalitäten und indigenen Völker bekannter zu machen. Die sprachliche und kulturelle Vielfalt ist weltweit bedroht. Wir wollen jenen eine Stimme geben, die überhört werden.

Unsere GfbV-online-Plattform bietet Platz für Geschichten mit großer Tragik und Geschichten großer Schätze. Es werden Geschichten sein, über kleine Völker, denen die Erde heilig ist, die in den letzten noch weitgehend unzerstörten Refugien dieser Erde leben. Wir wünschen uns einen grenzenlosen Dialog auf Augenhöhe. Alle haben eine Geschichte zu erzählen. Diese Geschichten wollen wir hören. Alle haben eine Meinung. Diese Meinungen wollen wir diskutieren. Unser Dialog darf provokant sein. Es geht um die Zukunft der bedrohten Völker, Minderheiten und Nationalitäten weltweit.

Wir und die Anderen. Die Anderen und Wir. Der Voices-podcast

Die Anderen finden wir meist am Rande. Bedrohte Völker sind kleine Völker am Rande, isoliert und ohne Mitsprache am Geschehen der Nationalstaaten, von deren Grenzen ihre angestammten Territorien häufig durchschnitten werden. Religiöse und ethnische Minderheiten werden diskriminiert und verfolgt, weil ihr Glauben, ihre Werte, ihre Lebensweise nicht den herrschenden Systemen entsprechen, an deren Rand sie leben. Die dominante Gesellschaft und ihre Machthaber sorgen dafür, dass sie alle ihren stummen Platz nicht verlassen. Ihre Schicksale tauchen nicht auf in den großen Medien.

Als indigene Völker in den siebziger Jahren begannen, sich unserer Kommunikationsmedien zu bedienen, war es neben dem bedruckten Papiers das Radio, das ihren Bedürfnissen entgegen kam: Am Mikrophon kann sofort reagiert werden, hier können bedrohte Sprachen zu Wort kommen, hier kann die Tradition der Oral History wiederbelebt werden, hier können Menschen sich begegnen und austauschen. Mit den sozialen Medien erweitern sich die Möglichkeiten.

Minderheiten und Nationalitäten wirksam schützen

Die sprachliche und kulturelle Vielfalt ist weltweit bedroht. Wir wollen jene eine Stimme geben, die überhört werden. Nationalen Minderheiten wie Nationen ohne Staat, von Schottland bis Kurdistan. Ihr mangelnder Schutz schürt Konflikte in der Welt, heißt es im Grundsatzprogramm der GfbV: Ein effektiver Minderheitenschutz und Autonomie tragen daher auch zur Konfliktprävention bei. Deshalb werden auch Vertreter autonomer ethnischer Regionen hier zu Wort kommen.

Rechte indigener Völker durchsetzen

Die Opfer der Globalisierung mit ihrem Raubbau an Rohstoffen und Großprojekte sind weltweit meist indigene Völker. Wir wollen auf dieser Online-Plattform für die auch für die Umsetzung der UN-Deklaration über die Rechte indigener Völker und der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO werben.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord verhindern

Diese Seite steht besonders auch jenen offen, die unter Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord leiden. Auch hier gilt, wir engagieren uns für die bedingungslose Umsetzung der UN-Völkermordkonvention und für die Schaffung einer Konvention zur Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.