Verbrannt und verleugnet: Die burmesische Militärjunta bezeichnet die Ermordung von elf Männern als Fake News

Von Wolfgang Mayr

Democratic Voice of Burma verbreitete gestern die Meldung. Im Sagaing-Dorf Dongtaw sollen elf Männer auf brutale Weise getötet worden sein. Eine Meldung, die eine klare Sprache spricht und zeigt, wie gewalttätig die Militärs gegen angebliche Oppositionelle vorgehen.

Die Junta hingegen, gestützt und gefördert von der „Volksrepublik“ China, dementiert die Morde, spricht von Fake News. Die übliche Reaktion von Gewaltherrschern, wenn sie „ertappt“ werden. Dementieren und Leugnen gehört zum Arsenal rechter wie linker Despoten.

Angehörige der Opfer widersprechen aber den Putschisten. So sind die verkohlten Leichen der elf verbrannten Männer beigesetzt worden. Die Democratic Voice zitiert Aussagen der Angehörigen. Die Männer wurden von 50 Soldaten gefangen genommen, gefesselt, angeschossen und anschließend verbrannt worden sein.

Der Bruder eines der Opfer erzählte Democratic Voice, wie die Soldaten über das Dorf hergefallen sind, die elf Männer misshandelten und verbrannten. „Ich erkannte meinen Bruder wegen seines Ohrrings. Ich kann fühlen, wie er im Feuer gelitten hat. Er biss die Zähne zusammen und ballte die Fäuste, während seine Hand hinter seinem Rücken gefesselt war,“ zitiert Democratic Voice den Bruder eines Ermordeten.

Ein 43-jähriger Bewohner des Dorfes fügte hinzu: „Ich möchte nur eines sagen. Wir beten, dass sie eines Tages Karma bekommen.“ Ein weiterer Dorfbewohner, Augenzeuge der Gewalttat, sagte, dass er in den vergangenen Jahren noch nie eine so entfesselte Gewalt gesehen habe. „Als die Soldaten in das Dorf einmarschierten, flohen die Menschen in den Dschungel. Soldaten durchkämmten die Wälder und entdeckten die Männer in einem Feld.“Er sagte, dass die Leichen in der Nähe des Tatorts begraben worden seien.

„Wir wissen, wer die Opfer sind, wir kennen ihre Familien. Ihre Familien trauern – aber sie haben es nicht gewagt, sich von den Toten zu verabschieden, aus Angst, ins Dorf zurückzukehren.“

Die Reaktion des Regimes auf die Meldung ließ nicht lange auf sich warten. Das Informationsministerium dementierte über Viber (eine in Burma beliebte Messaging-App) die Morde.

„Am 7. Dezember gab es keine Kämpfe zwischen der burmesischen Armee und lokalen PDF-Milizen (bewaffnete Widerstandsgruppen, Red)  in der Gemeinde Salingyi. Diese Meldungen in den sozialen Medien sind Fake News“, heißt es in einer Nachricht des „Informationsministeriums“. Ex-US-Präsident Trump lässt grüßen.

Dontaw hat 400 Einwohner, nach der Attacke des Militärs ist nur ein Drittel aus dem Dschungel zurückgekehrt. Die Menschen fürchten weitere gewalttätige Repressalien.

„Als Soldaten unsere Nachbarn verbrannten, sahen wir die Rauchfahne.  Wir dachten, dass sie eine Hütte abgefackelt haben. Als wir aber die Nachricht hörten, rannten wir zur Brandstelle. Es ist grausam. Sie sind keine Menschen“, klagte ein Mann. Er sagte, dass das Militär das Dorf besetzte und nach Vorräten und Lebensmitteln durchsucht habe.

Democratic Voice of Burma | Land Portal

DVB – Democratic Voice of Burma

Junta calls burning deaths “fake news” as Dontaw buries its children – DVB

Eleven civilians bound, shot, and burned to death by troops during raid on Sagaing’s Salingyi township – DVB

Helfen ohne Grenzen

Stiftung Asienhaus: Presseschau Myanmar November 2021 – Politische Situation, Eskalation im Chin-Staat, mehr Tote

Chinas Rolle in Myanmar: Ungeliebter Investor und Waffenlieferant | tagesschau.de

Rohingya-Memorandum.pdf (gfbv.de)

GfbV erklärt: Die Rohingya-Krise in Burma – Bing video

Liste der ethnischen Gruppen in Myanmar – Wikipedia

 

 

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