Unruly Connections

Faschistische Kolonialpolitik in Libyen und in Südtirol

Von Simon Constantini

In der Kunstgalerie ar/ge kunst in Bozen ist noch bis Ende 30. Juli die Ausstellung Unruly Connections von Alessandra Ferrini (Kurator Emanuele Guidi) zu sehen. Ferrini und Guidi befassen sich mit der italienischen Kolonialgeschichte und ihrer Verschleierung.

Zitat aus der Ausstellungsbeschreibung: „Unruly Connections (widerständige Beziehungen) erkundet Praktiken des Widerstands gegen koloniale Gewalt und verknüpft drei Geschichtenmiteinander, die das „ikonografische Schweigen“ gegenüber der Unterdrückung von Widerstand im Libyen der späten 1920er-Jahre durchbrechen“.

Die Übersetzung des von italienischer Zensur getroffenen antikolonialen Romans „Der Rekrut von Gebreyesus Hailu wird in der Ausstellung „mit den Geschichten des dänischen Journalisten Knud Holmboe (1902–1931) sowie der Schriftstellerin, anarchistischen Aktivistin und Feministin Leda Rafanelli (1880–1971)“ verschränkt.

Weitere Erläuterungen aus der Ausstellungsbeschreibung: „Darüber hinaus setzt sich Unruly Connections mit der sogenannten „friedlichen Durchdringung“ auseinander, in der die Historikerin Roberta Pergher eine den italienischen Binnen- und Außenkolonialismus miteinander verbindende Praxis der Besiedlung insbesondere in Südtirol und Libyen erkennt.

In spiegelbildlicher Weise werden Der Rekrut und die Ereignisse der in Südtirol angeordneten Zwangsrekrutierung zur Zeit der Besetzung Äthiopiens 1935/36 nebeneinandergestellt und lassen so die komplizierte Beziehung zwischen dem Prozess der Italianisierung sowie den „Rassenhierarchien“, die den europäischen Imperialismus kennzeichnen, anschaulich werden“.

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