Triumph: Partei der Friesen und Dänen mit bestem Ergebnis seit 1950

Der Südschleswigsche Wählerverband - dänisch Sydslesvigsk Vælgerforening, nordfriesisch Söödschlaswiksche Wäälerferbånd - schafft bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ein historisches Ergebnis.

Von Jan Diedrichsen

Der SSW, die Partei der dänischen Minderheit und der Friesen, erzielt bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein einen sensationellen Erfolg.  Die Partei um Spitzenkandidat Lars Harms erzielte landesweit 5,7 %(+2,4 %). Das ist das beste Ergebnis des SSW seit 1950. Das bedeutet vier Mandate im Kieler Parlament (+1). Damit würde der SSW die Fünfprozent-Hürde überspringen und den Fraktionsstatus erhalten. Der SSW ist als Minderheitenpartei von der Sperrgrenze befreit.

Der SSW erhielt bei der letzten Bundestagswahl überwältigende 55.578 Zweitstimmen und erreichte ein Mandat.  Bei der Landtagswahl 2017 kam der SSW auf 48.941 Zweitstimmen. Das war ein deutlicher Rückgang gegenüber den 61.085 Stimmen im Jahre 2012.

 

VOICES berichtet

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Im ZDF erklärte der Friese und Spitzenkandidat des SSW, Lars Harms, dass sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, dann würden die Mitglieder des SSW „ausflippen“ – ein Blick in das Zentrum der dänischen Minderheit „Flensborghus“ in der Förderstadt Flensburg bestätigt dies, die Parteibasis jubelte und der Spitzenkandidat ließ sich sogar zu einem nordisch-friesischen Siegestanz hinreißen …

Der SSW ist seit 1955 für den Landtag von Schleswig-Holstein von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Der SSW muss jedoch mindestens so viele Stimmen erringen, wie bei der Sitzverteilung für die Zuteilung des letzten Mandates notwendig sind. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist der SSW seit 1948 ununterbrochen vertreten. Von 2012 bis 2017 bildete er mit SPD und Grünen die sogenannte Küstenkoalition (auch Dänen-Ampel genannt) und übernahm dabei erstmals ein Ministeramt.

Die Ergebnisse

Die CDU erzielte sensationelle 43,4 Prozent, was einem Zuwachs von 11 Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2017 entspricht. Für die SPD ist die Landtagswahl ein Desaster: Mit 16 Prozent und einem Minus von 11,3 Punkten hat sie in Schleswig-Holstein das schlechteste Ergebnis aller Zeiten bei einer Landtagswahl erzielt. Die Grünen sind mit 18,3 % der Stimmen ebenfalls eine Gewinnerin der Wahl. Dies entspricht einem Anstieg um 5,4 Punkten. Die FDP landet bei 6,4 Prozent und verliert 5,1 Punkte. Die AfD erhält 4,4 Prozent der Stimmen und fliegt aus dem Parlament. Schleswig-Holstein ist damit der erste Landtag, aus dem die Wähler die Rechten wieder rausgeworfen haben.

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther hat nun alle Optionen in der Hand: Er kann mit seiner bisherigen Koalition aus Grünen und FDP (Jamaika) weiterregieren oder mit Schwarz-Gelb und auch Schwarz-Grün ist eine Option. Ob Lars Harms und der SSW zu Verhandlungen eingeladen werden, das entscheidet der Ministerpräsident. So oder so werden Friesen und Dänen heute Abend feiern, es ist ein historischer Tag.

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