Marina Weisband

"Wenn es so weitergeht, wird es im nächsten Winter keine Ukraine mehr geben"

Von Wolfgang Mayr

Politik, Wirtschaft, Öffentlichkeit, sie wissen, was derzeit in der Ukraine passiert. Geredet wird aber über hohe Benzinpreise, steigende Lebenshaltungskosten, mögliche Arbeitslosigkeit. Drückende Themen, zweifelsohne. Tagtäglich werden aber in der Ukraine meist unbewaffnete Menschen von russischen Soldaten ermordet, Frauen vergewaltigt. Darauf verweisen immer wieder ukrainische Persönlichkeiten, wie Katja Petrowskaja oder Marina Weisband.

Im ARD-Talk „Putins Angriff – Krieg ohne Ende?“ brachte es Marina Weisband auf den Punkt (bei 54´05). Der Westen versucht mit Sanktionen die russischen Eroberungstruppen zu stoppen, mit Sanktionen, die später erst wirken werden, in einigen Monaten, im nächsten Winter. Weisband reagiert desillusioniert auf diese Talks, in wenigen Monaten, im nächsten Winter wird es nämlich keine Ukraine mehr geben, sagt Weisband frustriert.

Kriegspräsident Putin schwört seine Anhänger auf einen totalen Krieg ein, seine Armee wütet in der Ukraine, gegen das angebliche „Brudervolk“. Gegen eine Nation, die zwei Hauptsprachen spricht, Ukrainisch und Russisch sowie unzählige Minderheitensprachen.

Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer sagte in der „Neue Presse“, Putin „will die ganze Ukraine, weil das in seinem Weltbild die Voraussetzung für die Wiedergewinnung der russischen Hegemonie in Osteuropa ist. Und das ist wiederum die Voraussetzung für weitere Ambitionen   …   Wie sich die Dinge weiterentwickeln, wissen wir nicht. Wir können nur das Beste für die Ukraine hoffen.“ Leitmotiv, die Hoffnung stirbt zuletzt?

Der Fischer-Mitstreiter Daniel Cohn-Bendit befürchtet, dass der russische Krieg eine Fortsetzung haben wird, in Bosnien. Denn die NATO hilft nur jenen, die Mitglied im Bündnis sind. Marina Weisband wird mit ihrer Befürchtung recht behalten. Der russische Präsident Putin und ein großer Teil Russlands werden am Zerstörungskrieg gegen die Ukraine festhalten.

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