Verlogene Antiimperialisten

Das Schweigen der anti-amerikanischen und anti-israelischen Allianz zu Verbrechen in Syrien, Jemen und Afrika

Von Wolfgang Mayr

Das äußerst korrupte südafrikanische ANC-Regime wirft der rechtsrechten israelischen Regierung in ihrem Krieg gegen die klerikal-faschistische Hamas Völkermord in Gaza vor. Ausgerechnet Südafrika, das in der Republik Kongo mit Soldaten von Kinshasa gegen die M23-Rebellen der Tutsi vorgeht. Die Armee der Republik Kongo verübte im zweiten Kongo-Krieg von 1998 bis 2003 – die TAZ nannte ihn den „Ersten Afrikanischen Weltkrieg“ – im Kampf gegen verschiedene Milizen und Rebellengruppen bis heute ungesühnt gebliebene Kriegsverbrechen. Mehr als drei Millionen Menschen fielen diesem ersten afrikanischen Weltkrieg zum Opfer. Die Reaktion in Afrika und der Weltöffentlichkeit, äußerst lahm.

Tigray

Die Hysterie der weltweiten Bewegung gegen den Gaza-Krieg überrascht. Wo blieb der Aufschrei, als die äthiopische Armee gemeinsam mit eritreischen Soldaten die nordäthiopische Region Tigray überrannten? Dem Krieg gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), eine Auseinandersetzung zwischen Zentralismus und Föderalismus, fielen bis zu 600.000 Menschen zum Opfer. In Tigray verbreiten trotz eines Friedensvertrages amharischen Milizen Angst und Terror. Mehr als eine Million Menschen können nach UN-Angaben nicht in ihre Heimat zurückkehren. Während der äthiopische Präsident Tigray niederbrennen ließ, erkannte er Somali-Land an, das sich von Somalia lossagte. Im eigenen Lande setzt er seinen totalitären Zentralismus durch, bei den Nachbarn fördert er gar die Sezession.

Darfur

Die Aufgeregten scheinen auch den Krieg in Darfur, im westlichen Sudan, vergessen zu haben. 2003 setzte das sudanesische Regime setzte im Kampf gegen die Autonomieforderung von Darfur die sogenannten Dschandschawid-Milizen gegen die Rebellen der SLM und der JEM ein. Die angeheuerten Söldner und die Regierungsarmee, heute bekämpfen sie sich, gingen brutal gegen die Zivilbevölkerung vor. Laut UN-Schätzungen wurden 300.000 Menschen getötet und 2,5 Millionen Menschen vertrieben. Darfur wurde „ethnisch gesäubert“, um chinesischen Konzernen das Erdölfördern zu erleichtern. Wie im östlichen Kongo und in Tigray schwiegen die Anti-Imperialisten. Erst als der US-amerikanische Kongress im Juni 2004 den Krieg als Genozid einstufte, wurde Darfur zum Thema. Im aktuellen inner-sudanesischen Krieg wüten sudanesische Soldaten abermals in Darfur. Weltweite Proteste dagegen? Fehlanzeige!

Jemen

Im Stellvertreterkrieg zwischen SaudiArabien und dem Iran im Jemen starben mehr als 400.000 Menschen. Das saudische Königreich, auch Pate sunnitischer Terroristen, unterstützte die jemenitische Regierung, der Mullah-Staat Iran – Sponsor verschiedener islamistischer Terrorgruppen – förderte die shiitischeHuthi-Miliz. Nach mehr als acht Jahren Krieg leben drei Viertel der dreißig Millionen Bewohner in Armut und benötigen humanitäre Hilfe, vier Millionen Jemeniten sind nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks Binnenvertriebene. Rund 2,2 Millionen jemenitische Kinder sind unterernährt, viele sind von Cholera, Masern und anderen durch eine Impfung vermeidbaren Krankheiten bedroht. Mehr als 11.000 Kinder wurden getötet, verstümmelt oder verletzt. Mehr als verhaltene Kritik am vergessenen Krieg war nicht zu hören, meist aus Europa, kaum aus der arabisch-islamischen Welt.

Syrien

Im äußersten Nord-Westen der arabischen Halbinsel dauert der Krieg des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung bereits mehr als zehn Jahre an. Ein Krieg gegen Oppositionelle aller Schattierungen, besonders gegen die Islamisten. Der NATO-Staat Türkei verbündete sich mit islamistischen Milizen gegen Assad, dieser wird von Russland gestützt. Russische Soldaten und Wagner-Söldner wüteten in Syrien mit Flächenbombardements. Bislang sind laut dem Syrian Observatory for Human Rights 560.000 Menschen ums Leben gekommen. Inzwischen greift die Türkei auch den kurdisch geprägten Norden Syriens an. Lange stand diese Region mit mehr als vier Millionen Einwohnern auch unter US-Schutz. Der ehemalige Präsident Trump zog US-Truppen aus dem syrisch-kurdisch-türkischen Grenzgebiet zurück. Damit hatte Trump seinen bislang wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Islamischen Staat, die kurdisch dominierten Syrian Democratic Forces, fallen gelassen. Der russische Krieg zur Unterstützung der Assad-Diktatur gilt als Blaupause für den russischen Krieg in der Ukraine. Nur wenige NGO und Menschenrechtsorganisationen richteten ihre Aufmerksamkeit auf Syrien. Das Morden in Syrien, für die ach so moralisch hochstehenden Antiimperialisten auch kein Anliegen.

Heuchler

Ist die weltweite Aufregung über den Gaza-Krieg, er ist zweifelsohne unverhältnismäßig brutal, deshalb so hysterisch, weil es um Israel geht? Ja, in der antiimperialistischen und israelkritischen Bewegung finden sich Antisemiten unterschiedlicher Couleur? Sie erweisen dem Kampf gegen Kriegsverbrechen und Genozid damit keinen guten Dienst. Ihre antiisraelischen Proteste sind heuchlerisch, verlogen, radikal antisemitisch.

 

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