USA-North Carolina: Kongress und Präsident erkennen die Lumbee an

Nach 100 Jahren Engagement wurden die Lumbee endlich bundesstaatlich anerkannt

Lumbees für Trump: Protest vor dem State Capitol in Raleigh (November 2020). Foto: Anthony Crider, Creative Commons

Lumbees für Trump: Protest vor dem State Capitol in Raleigh (November 2020). Foto: Anthony Crider, Creative Commons

Von Wolfgang Mayr

 

Es war Präsident Trump, der bereits in seiner ersten Amtsperiode den Lumbee die bundesstaatliche Anerkennung versprach. Lumbee-Land in North Carolina ist immerhin eine MAGA-Hochburg. Jetzt also gehören die Lumbee dem Club der anerkannten indigenen Nationen an.

Lange standen die 60.000 Angehörige zählenden Lumbee den Demokraten „treu“ zur Seite. Auch sie bemühten sich um die bundesstaatliche Anerkennung. Ein schwieriges Unterfangen, die Geschichte der Lumbee zeigt es, blockierten doch die „etablierten“ Stammesnationen – wie die Cherokee im Westen von North Carolina – lange erfolgreich die Club-Aufnahme.

Trump und seine MAGA-Bewegung solidarisierten sich mit den Lumbee, kürzlich genehmigte der Kongress dann auch die Anerkennung. Die Lumbee sind der 575. bundesstaatlich anerkannte „Stamm“.

AP zitierte den Lumbee-Vorsitzenden John Lowery, „es (die Anerkennung) bedeutet mir viel“, sagte Lowery. „Wir waren Ureinwohner zweite Klasse,“ beschreibt der Lumbee-Politiker den Zustand der vergangenen hundert Jahre. In der Vergangenheit sprachen mehrere Stammes-Ratsvorsitzende den Lumbee den Anspruch auf die bundesstaatliche Anerkennung ab. Die Lumbee sind keine Indianer, war ihre Begründung.

Nun also doch. „Das bedeutet, dass ich jetzt einen Platz am Tisch habe. Ich wurde schon einmal von anderen Stämmen ausgeschlossen, die sagten, ich existiere nicht“, sagte Wendy Locklear der AP. „Aber ich existiere, meine Ethnie existiert.“

Die größte pan-indianische Interessenvertretung, der National Congress of American Indians, begrüßte die Entscheidung des Kongresses und lud die Lumbee ein, NCAI-Mitglied zu werden.

Der National Congress of American Indians kündigte eine enge Zusammenarbeit mit den Lumbee an, die mit der bundesstaatlichen Anerkennung ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufschlagen. Nämlich eine Regierung-zu-Regierung-Beziehung. Der NCAI wird sich weiterhin um den Ausbau der Stammes-Souveränitäten bemühen und die Bundesregierung zur Erfüllung der bundesstaatlichen Treuhandverantwortung im gesamten Indian Country drängen.

Die vollständige bundesstaatliche Anerkennung bedeutet für die Lumbee, dass sie Zugang zu neuen Bundesmittelquellen erhalten, wie beispielsweise zu den Mitteln des Indian Health Services.

Das wird in den nächsten Jahren zum Problem werden, kürzte doch die MAGA-Regierung die bundesstaatlichen Mittel für die Reservate und für die verschiedenen indigenen Programme.

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