USA beschuldigen Birma des Völkermords an den Rohingya

Die Weltgemeinschaft muss nun Worten Taten folgen lassen: Die über eine Million vertriebenen Rohingya brauchen dringend ein Rückkehrrecht und eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat

Von Jan Diedrichsen

Die Vereinigten Staaten haben Anfang der Woche erklärt, die Verfolgung der Rohingya durch Birma (Myanmar) komme einem Völkermord gleich. Sie stützen sich dabei auf zahlreiche Berichte über massenhafte Gräueltaten an Zivilisten durch das Militär in einer „weit verbreiteten und systematischen Kampagne gegen die Rohingya“, so US-Außenminister Antony Blinken in einer Rede im US Holocaust Memorial Museum am vergangenen Montag.

Den Militärs werden Massenvergewaltigungen, Tötungen und das Niederbrennen von Tausenden von Häusern vorgeworfen.

Experten der US-Regierung und Menschenrechtsorganisationen haben zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen seit 2016 Dörfer verwüstet und Vergewaltigungen, Folterungen und Massentötungen von Zivilisten durchgeführt wurden.

Die USA haben seit 1945 den Völkermord an Uiguren und anderen überwiegend muslimischen Minderheiten in China sowie in Bosnien, Ruanda, Irak und Darfur festgestellt.

VOICES berichtete über eine 150-Milliarden-Dollar-Klage, die gegen Facebook angestrengt wurde, das von vielen Beobachterinnen für die Mobilisierung der Massenmorde gegen die überwiegend muslimischen Rohingya mitverantwortlich gemacht wird.

Entscheiden wird sein, was aus der „Genozid-Anerkennung“ für die seit Jahren unter kümmerlichen Bedingungen lebenden Menschen in den Flüchtlingslagern konkret folgt. Schärfere Wirtschaftssanktionen der Weltgemeinschaft (inklusive Europa) gegen Myanmar sollten nun umgehend folgen. Die USA und Europa sollten sich darüber hinaus an die Seite Gambias stellen, das vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein Verfahren wegen des Völkermordes gegen Burma angestrengt hat.

Die Regierung Myanmars ist zwar bereits mehrfach mit Sanktionen belegt, seit die demokratisch gewählte Regierung im Februar 2021 durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Tausende von Zivilisten im ganzen Land wurden im Rahmen der anhaltenden Unterdrückung von Gegnern der herrschenden Junta getötet und inhaftiert.

Derzeit beherbergt das Nachbarland Bangladesch mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlinge.

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