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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Jan Diedrichsen

Unter dem Titel „The Art of Change“ findet vom 16. bis 25. September das vierte Human Rights Film Festival Berlin als hybride On- und Offline-Veranstaltung statt.
Wir stellen in den nächsten Tagen einige der Festival-Filme vor:

Ophir erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Revolution. Eine Revolution des Lebens, eine Revolution für das Land und die Kultur. 2019 fand in Bougainville, einer autonomen Region von Papua-Neuguinea, ein nicht bindendes Unabhängigkeitsreferendum statt. Die Referendumsfrage war eine Wahl zwischen einer größeren Autonomie innerhalb Papua-Neuguineas und der vollständigen Unabhängigkeit; die Wähler stimmten mit überwältigender Mehrheit (98,31 %) für die Unabhängigkeit.

Der Film ist eine poetische und zugleich dramatische Ode an den unauslöschlichen Durst eines Volkes nach Freiheit, Kultur und Souveränität.

Der Film feiert Berlin-Premiere am 19. September, um 21 Uhr  im ACUDkino‐ das Arthouse‐Kino im ACUD, Veteranenstrasse 21, 10119 Berlin

Ophir lässt die indigene Bevölkerung der autonomen Region Bougainville in Papua-Neuguinea zu Wort kommen. Der Film deckt die Mechanismen der Ausbeutung durch die Kolonialisierung des Landes und seiner Bewohner auf. Die jahrzehntelangen Veränderungen durch die Kolonialherren und die jahrelange Ausbeutung der riesigen Panguna-Mine führten zu dem tragischen, jahrzehntelangen Konflikt, der als Bougainville-Krise bekannt wurde. Es handelte sich dabei um einen Euphemismus – die „Krise“ war ein tödlicher Krieg zwischen den Kolonialmächten und dem lokalen Widerstand der Bougainvilleaner, die versuchten, sich von ihrem Mutterland Papua-Neuguinea abzuspalten, das von Australien und einem der größten Minenriesen, Rio Tinto, gestützt wurde.

Der Konflikt kostete rund 20 000 Bougainvilleanern das Leben und vernichtete etwa 10 % der Bevölkerung der Insel. Es war der größte Konflikt im pazifischen Raum seit dem Zweiten Weltkrieg, bei dem eine kleine Gruppe von Inselbewohnern, die zunächst mit Pfeil und Bogen bewaffnet war, gegen Hubschrauber und Kanonen kämpfte. Er wird oft als die erste „Öko-Revolution“ der Welt bezeichnet.

Manche sagen, die Bougainviller hätten sich von der Natur leiten lassen. „Wenn die Natur an deiner Seite kämpft, kannst du nicht verlieren“. Trotz der völligen Zerstörung ihrer geistigen, körperlichen und spirituellen Vorstellungen vom Menschsein verteidigten sie trotzig die Grundprinzipien, die die Basis ihrer Gesellschaft bildeten. Ein Konzept der Existenz, in dem Frauen und Männer, Kultur und Umwelt ein untrennbares Ganzes bilden.

Ophir erzählt die Geschichte von Bougainville, aber auch die viel umfassendere Geschichte eines schwierigen Versuchs, den Geist in der polarisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu entkolonialisieren, die sich mit der Dringlichkeit tiefgreifender Überlegungen für ihre Zukunft auseinandersetzen muss. In einem konsultativen Referendum im Dezember 2019 hat die Bevölkerung von Bougainville mit fast 98% für die Unabhängigkeit gestimmt und könnte in naher Zukunft die jüngste Nation der Welt werden. Aber welche Nation? Bougainville hat die seltene Gelegenheit, einen neuen Weg einzuschlagen.

Quelle: https://www.ophir-film.com/