Honduras – Berta Cáceres: Zehn Jahre danach

2016 ermordeten Auftragskiller die Aktivistin der indigenen Lenca-Organisation COPINH

Der Auftragsmord an der indigenen Aktivisten Berta Caceres vor zehn Jahren in Honduras ist noch immer nicht aufgeklärt. Foto: soydehonduras.com

Der Auftragsmord an der indigenen Aktivisten Berta Caceres vor zehn Jahren in Honduras ist noch immer nicht aufgeklärt. Foto: soydehonduras.com

Von Wolfgang Mayr

 

Vier Auftragskiller und vier Drahtzieher der Tat wurden zu Haftstrafen zwischen 22 und 50 Jahren verurteilt. Die mutmaßlichen Hintermänner hingegen blieben bisher verschont.

Die TAZ verweist am 10. Todestag – 2. März 2026 – von Berta Cáceres an politische und kriminelle Machenschaften in Honduras, an das rücksichtslose Vorgehen von – nicht nur – Bergbaugesellschaften gegen indigene Völker.

Zehn Jahre ist es also her, dass Berta Cáceres ermordet wurde. Am 2. März 2016 drangen Auftragskiller, erinnert die TAZ an den Mord, in ihr Haus ein und erschossen die indigene Menschenrechts- und Umweltaktivistin.

Fast zehn 10 Jahre später, Mitte Januar 2026, stellte die von der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (IAKMR) zur Untersuchung des Mordes eingesetzte „Interdisziplinäre Gruppe unabhängiger Expert*innen“ (GIEI) mit honduranischen Re­gie­rungs­ver­tre­te­r*in­nen in Tegucigalpa ihren Bericht vor: „Es sei ein vorhersehbarer und vermeidbarer Mord gewesen.“

Die engagierte Feministin organisierte als Leiterin der indigenen Lenca-Organisation COPINH den Protest gegen das Wasserkraftwerk Agua Zarca, das das Konsortium DESA (Desarrollos Energéticos) auf Lenca-Gemeindeland am Fluss Gualcarque errichten sollte.

Die Bergbau-Gesellschaften, die Unternehmen der Agrarindustrie und des Tourismus scheren sich wenig um kollektive Landrechte, die die indigenen Völker einfordern. Großprojekte werden einfach durchgedrückt.

„Menschen wie Berta Cáceres, die diese Rechte einklagten, galten als Störenfriede, die ´à la hondurena` – auf honduranische Art – ausgeschaltet wurden. So wurden in Honduras laut Global Witness zwischen 2010 bis 2015 über 120 Ak­ti­vis­t*in­nen getötet,“ schreibt die TAZ.

Die erwähnte Kommission kam zum Schluss, dass für den Mord an Cáceres Geldmittel des Konsortiums DESA verwendet worden sein sollen. Außerdem versuchten staatliche Stellen den Mord und die dazugehörenden Hintermänner zu verschleiern. Verwundert nicht, zu den Anteilseignern der DESA zählt die einflussreiche Unternehmerfamilie Atala, zitiert die TAZ aus dem Untersuchungsbericht.

Der Mord an Berta Cáceres, Feministin, Bürgerrechlterin und indigene Aktivistin, bleibt ungesühnt.

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