Neue Direktorin des National Museum of the American Indian

Chavez Lamar ist Bürgerin des San Felipe Pueblo und hat in ihrer Verwandtschaft Hopi, Tewa und Navajo. Lamar übernimmt am 14. Februar die symbolschwangere Institution.

Cynthia Chavez Lamar

Von Wolfgang Mayr

Chavez Lamar ist Bürgerin des San Felipe Pueblo und hat in ihrer Verwandtschaft Hopi, Tewa und Navajo. Lamar übernimmt am 14. Februar die symbolschwangere Institution. Smithsonian raubte und sammelte in der langen Zeit der US-Invasion im Indianer-Land Kunst, Schmuck, Gebrauchsgegenstände, Kleider, Waffen und auch Skelette von vielen ermordeten indianischen Kindern, Frauen und Männern. Smithsonian wurde zum Herrn von Beute- und Raubkunst indigener Herkunft.

Mit ihren MitarbeiterInnen will Lamar die amerikanische Öffentlichkeit und das internationale Publikum „über die Schönheit, Hartnäckigkeit und den Reichtum indigener Kulturen, Künste und Geschichten informieren“, zitiert eine Aussendung des NMAI seine neue Direktorin.

Lamar leitet drei Einrichtungen des Museums: das National Museum of the American Indianin Washington, D.C., das George Gustav Heye Center in New York und das Cultural Resources Center in Maryland. Diese sind inzwischen recht experimentierfreudig, finden KritikerInnen.

„Chavez Lamar steht stellvertretend für einen größer werdenden Kreis von Museumsfachleuten indigener Abstammung,“ sagt Lonnie Bunch, Sekretär der Smithsonian Institution „Indian Country Today“. Laut Bunch trägt diese Generation dazu bei, dass die Museen sich gegenüber indigenen Gemeinschaften verpflichtet fühlen. Bunch erwartet sich, dass die Smithsonian-Museen sich in den Dienst der Ureinwohner stellen.

Der Vater von Chavez Lamar, Richard Chavez, ist ein gefeierter Goldschmied, wie ihr Bruder auch und ihre Mutter brachten ihr und ihrer Schwester das Ton-Töpfern bei. Nach ihrem Studium – Colorado College in Studiokunst, American Indian Studies an der UCLA,American Studies an der University of New Mexico – begann Chavez Lamaz 1994 ein Praktikum beim National Museum of the American Indian.

Nach ihrem Praktikum startete sie ihre Museums-Karriere, vom Indian Arts Research Center an der School for Advanced Research in Santa Fe, New Mexico über das Indian Pueblo Cultural Center in Albuquerque, New Mexico, zum Institute of American Indian and Alaska Native Culture and Arts Development. Auf Vorschlag des Gouverneurs von New Mexiko leitete Lamar von 2009 bis 2012 als Kommissar die New Mexico Arts Commission. Aktiv ist Lamar derzeit in der Beratungsgruppe für indigenes Nordamerika am Princeton University Art Museum und im Beirat des Colorado Springs Fine Arts Center am Colorado College.

2000 kehrte Lamar in das Museum zurück und wirkte dort als Kuratorin. Von 2014 bis 2021koordinierte Chavez Lamar als stellvertretende Direktorin  die vielfältigen Sammlungen.

Neben der Sammlung von Objekten und Fotografien war sie für mehr als 500.000 digitalisierte Bilder, Filme und andere Medien verantwortlich, die indigene Gemeinschaften, Veranstaltungen und Organisationen dokumentieren.

Chavez Lamar sucht als Direktorin die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den indigenen Völkern der westlichen Hemisphäre. Sie betont, dass sie in ihrer langen Museums-Karriere mit vielen Stämmen gearbeitet hat. Sie haben ihr beigebracht hat, flexibel zu sein und Freude an der Arbeit zu haben.

„Manchmal nehmen wir uns in der Museumsarbeit vielleicht zu ernst. Einige der besten Zeiten, die ich in der Zusammenarbeit mit Ureinwohnern und indigenen Völkern hatte, waren und sind, wenn wir nur am Tisch sitzen, essen und lachen“, erzählt Lamar „Indian Country Today“.

Ihr ist bewusst, sagte sie, als erste indigene Frau die Smithsonian-Museen zu leiten. Chavez Lamar. „Ich muss dafür danken, wo ich bin, denn es ist nicht allein durch meine Bemühungen – meine Vorfahren, Menschen vor mir haben, mir den Weg geebnet, hier zu sein und ich werde nicht der Letzte sein.“

Schon bei ihrem Amtsantritt Mitte Februar muss sich Direktorin Lamar mit heftiger Kritik der Lenni Lenape auseinandersetzen. Brent Michael Davids von der Stockbridge-Munsee Community und Co-Direktor des Lenape Center in Manhattan wirft den Machern der Ausstellung „Natives in New York“ im National Museum of American Indian vor, die Geschichte der Eroberung Manhattans zu verharmlosen.

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