USA-Geschichte: Präsident Trump und Vize Vance wollen die Geschichte umschreiben

Zuerst werden Regierungsdokumente gesäubert und dann folgen die Museen. Es gibt keinen Platz mehr für Diversität

Museumsgebäude des National Museum of African American History and Culture in Washington, D.C.. Foto: Frank Schulenburg - CC BY-SA 4.0

Museumsgebäude des National Museum of African American History and Culture in Washington, D.C.. Foto: Frank Schulenburg - CC BY-SA 4.0

Von Wolfgang Mayr

 

Trump und seine Republikaner bauen die USA tiefgreifend um. Genau so, wie es die Autor:innen des “Projekts 2025” empfohlen haben. Ihre Blaupause dient Trump zur Demontage der liberalen Republik und Demokratie.

Mit einer Flut an Dekreten und der tatkräftigen Hilfe von Elon Musk kehren die USA zurück in den 1950er Jahre. Besonders die Errungenschaften der liberalen Reform-Ära werden abgewickelt.

Dieses Handanlegen erinnert an “1984” von George Orwell, Trump, Vance, die Administration plus die Milliardäre hebeln die USA aus. Für das Volk, wie sie sagen. Offensichtlich will “das Volk”, dass das liberale Erbe verschwindet. Begriffe aus der liberalen Ära werden aus den Regierungsdokumenten “entfernt”, wie “Frauen”, “Identität”, “Rassismus”, “Golf von Mexiko”, “Native Americans”, insgesamt 200 Wörter werden gecancelt.

Gelöscht auch “soziale Gerechtigkeit”, “Nachhaltigkeit”, “Diversität”, “Klimakrise” und “Minderheiten”, die Cancel Culture von rechts ist nun Regierungspolitik. Eine Politik, die das Rad zurückdreht, den Fortschritt, die Entwicklung der Sprache. Die US-amerikanischen Konzerne stoppten bereits ihre Diversitätsprogramme, einst eingeführt auch für die Jagd nach neuen Kunden. Wahrscheinlich werden auch die europäischen Unternehmen in die Knie gehen, im vorauseilenden Gehorsam ebenfalls das Diverse kippen.

Die Sprache ist auch ein Schlüssel für den Umbau, auch ein Instrument des Bruchs. Die Sprache erzählt die Geschichte, auf die es Trump abgesehen hat. Die Geschichte der Sklavenhalterei, der Afro-Amerikaner, des strukturellen Rassismus nervt Trump, er will “Wahrheit und Vernunft” wieder herstellen. Für diesen Job beauftragte er seinen Vize Vance, er soll die Propagierung eines angeblichen falschen Geschichtsbildes unterbinden. Die Museen der USA seien zu verblendeten Ideologie-Hochburgen verkommen.

Im Visier von Trump und Vance die geschichtsträchtige Smithsonian Institution, die allein in Washington mehrere hochkarätige Museen “betreibt”. Besonders verärgert soll Trump sein über die Ausstellung “The Shape of Power”, die anhand von Skulpturen das Konzept der Rasse erläutert.

Wahrscheinlich verunglimpft auch das “National Museum of African American History and Culture” das weiße Amerika. Das Museum scheint in den Augen von Trump einer “unangemessenen Ideologie” verfallen zu sein wie auch das American Women´s History Museum. Die beiden erwähnten Museen also un-amerikanisch, wie in der von 1947 bis 1956? Damals machte das Komitee für unamerikanische Umtriebe Jagd auf Linke und Kommunisten, meist auf angebliche Linke und Kommunisten. Künstler, Intellektuelle kamen auf “schwarze Listen”, ein Berufsverbot.

Trump hat den Startschuß gegeben für seinen Feldzug gegen Vielfalt und Inklusion. Ob die Grönländer Trump provozieren wollen, weil sie die vorchristlichen Traditionen der Inuit offensiv pflegen? Und weil sie von den USA nicht annektiert, nicht vom dänischen Kolonialismus befreit werden wollen.

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Trump am “National Museum of the American Indian” festbeißen wird, weil das Museum dem Genozid an den Ersten Amerikanern breiten Raum widmet. Am Beispiel Kalifornien.

Möglicherweise verletzt die Arbeit des “Indianer”-Museums auch die “Wahrheit und Vernunft” der Trump-Bewegung Make America great again.

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