Syrien-Rojava: Kurdische Organisationen hoffen auf westliche Hilfe

Die deutsche Diplomatie soll sich für die bedrängten nordsyrischen Kurden einsetzen

In verschiedenen europäischen Staaten protestierten Demonstranten gegen die islamistischen Angriffe auf die kurdischen Viertel in der syrischen Stadt Aleppo. Foto: anf-deutsch

In verschiedenen europäischen Staaten protestierten Demonstranten gegen die islamistischen Angriffe auf die kurdischen Viertel in der syrischen Stadt Aleppo. Foto: anf-deutsch

Von Wolfgang Mayr

 

Die Kurdische Gemeinde, NAVEND- Zentrum für kurdische Studien, HAWAR.help, der Verband kurdischer Ärzte und Gesellschaft für betreute Völker (GfbV) haben in einem Appell die Bundesregierung aufgefordert, ihren Einfluss einzusetzen, um die Angriffe auf die kurdischen Viertel in Aleppo und weitere Ortschaften zu stoppen.

Hinter diesen Angriffen ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung stehen laut den Appell-Unterzeichnern die islamistische syrische Übergangsregierung sowie jihadistische Gruppen, die von der Türkei unterstützt werden.

Im Appell wird daran erinnert, dass Kurdinnen und Kurden im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat in Syrien die Hauptlast getragen haben.

Die Organisationen fordern Deutschland auf, den diplomatischen Druck auf das islamistische Regime – das inzwischen von Russland und den USA gleichermaßen umworben wird – zu erhöhen. Eine Diplomatie ohne Druck ist lediglich die Verwaltung des Elends, stellen die Unterzeichner fest.

 

Stoppt den Islamisten-Krieg!

Sie fordern die sofortige Einstellung der Angriffe auf kurdische Wohnviertel, die Beendigung der Belagerung Aleppos sowie humanitäre Korridore unter internationaler Kontrolle und die medizinische und humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung. Außerdem soll Deutschland seinen Einfluss (den es kaum mehr gibt) auf die Türkei geltend machen, um die Unterstützung dschihadistischer Gruppen zu stoppen.

Das islamistische Regime wird vor allem – daran erinnern die erwähnten Organisationen – von der Türkei, Katar und anderen Golfstaaten unterstützt. Die USA, Deutschland, aber auch Russland unterstützen es ebenfalls, wenn auch weniger offen, kritisieren die Unterzeichner des Appells.

Bei ihren Angriffen zerstörten die Islamisten in den von Kurd:innen bewohnten Vierteln von Aleppo mehr 300 Häuser. Die Opfer sind meist Frauen und Kinder.

 

Im Visier der Islamisten

Nach den Massakern an der alawitischen und an der drusischen Bevölkerung im Juli 2025 verstärkt das Regime nun seine Angriffe auf die Kurden. In den vergangenen Jahren wurden Kurd:innen immer wieder aus Aleppo vertrieben, die Angreifer waren meist von der Türkei unterstützte islamistische Milizen, erläutert Kamal Sido von der GfbV. Er warnt vor diesem Hintergrund immer wieder davor, das Islamisten-Regime in Damaskus als harmlose Alternative zu Assad zu betrachten.

Sido kritisierte auch die geplante Einladung der Akademie der Deutschen Welle des syrischen Ministers Hamza Al-Mustafa zu einem Gespräch.  „Dessen … Informationsministerium und die Medien, die es kontrolliert, hetzen gegen Kurden, Drusen, Alawiten und andere Gruppen, die die radikal-islamistische Ideologie der Machthaber ablehnen“, informierte Sido die Akademie der Deutschen Welle. Der oberste Propagandist des Regimes darf keine Plattform bekommen, um seinen Hass zu verbreiten und die Verbrechen der Islamisten zu rechtfertigen, begründet Sido die Forderung der GfbV nach Ausladung des islamistischen Scharfmachers.

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