19-12-2025
Schottland-Cornwall: Aufwertung für das Keltische
Mit zwei neuen Sprachengesetz sollen die „Reste“ gerettet werden
Golowan Festival: Eine Dudelsackband aus Mid Argyll marschiert die Alverton Street entlang. Foto: wikipedia, CC BY-SA 3.0
Von Wolfgang Mayr
Die schottische Regionalregierung und die britische Regierung haben mit zwei neuen Gesetzen auf das Sprachensterben reagiert. In Schottland ist der Bestand des Gälischen gefährdet, in Cornwall in England das keltische Kornisch.
Mit dem Gälischen gibt Schottland auch dem Schottischen, dem Scots, einen „offiziellen Charakter“. Das Sprachengesetz stärkt die beiden Sprachen im Bildungssystem sowie in der Verwaltung, Politik und Wirtschaft.
Im Fall des Gälischen benennt das Gesetz auch die Gebiete der gälischsprachigen Gemeinschaften. Als solche werden jene Regionen anerkannt, in dem mindestens 20 Prozent der Einwohner über sprachliche „Fähigkeiten“ in Gälisch verfügen. Gälisch ist noch vital, also Alltagssprache, auf den Hebriden, Skye und in den westlichen Highlands.
Die Regionalregierung will mit besonderen Maßnahmen das Gälische stützen. Schon vor fünf Jahren entschied die Regionalregierung, dass die Schülerinnen und Schüler der erste Klasse Grundschule auf den Hebriden standardmäßig im gälischsprachigen Bildungssystem eingeschrieben werden.
Die Regierung folgte der Empfehlung des Rates der Äußeren Hebriden, der die Schule verwaltet. In den Äußeren Hebriden spricht mehr die Hälfte der Bevölkerung die gälische Sprache. Mit dem neuen Gesetz soll dieses gälisch dominierte Schulsystem modernisiert werden. In diesem System finden in den ersten Grundschuljahren alle Unterrichtsstunden auf Gälisch statt. In den folgenden Kassen kommt nach und nach Englisch eingeführt. Das Ziel ist, dass die Kinder am Ende der Schulzeit beide Sprachen beherrschen.
Der Gaelic Council (Bòrd na Gàidhlig) ist überzeugt, dass Kinder, die in Gälisch unterrichtet werden, in allen Fächern, einschließlich Englisch, genauso gut oder besser abschneiden als diejenigen, die nicht in dieser keltischen Sprache unterrichtet werden.
Europäischer Schutz für Kornisch
Das Vereinigte Königreich folgt offensichtlich der autonomen Region Schottland. Die britische Regierung stellt die kleine keltische Sprache Kornisch auf die Stufe von Walisisch, Gälisch und Irisch und wendet dafür die Maßnahmen der Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates an.
Die britische Regierung verpflichtet sich damit, mindestens 35 vorgeschlagenen Maßnahmen aus der Charta zur Förderung des Kornischen anzuwenden.
Kornish erhält somit den selben Schutz wie Walisisch, Schottisch-Gälisch und Irisch. Pro-kornische Organisationen und der Cornish Council betrachten dies als historischen Schritt.
Bisher galten nur die Bestimmungen des zweiten Teils der Charta, also die offizielle Anerkennung der sprachlichen und nationalen Minderheiten ohne besonders Fördermaßnahmen. Mit Teil drei verpflichtet sich Großbritannien, mindestens 35 spezifische Maßnahmen in Bereichen wie Bildung, Justiz, Verwaltung oder Medien zu erlassen, um die Minderheitensprachen zu stärken.
Spät, aber immerhin. Der Cornish Council ist zuversichtlich, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen die Nutzung der Sprache, eine der am wenigsten gesprochenen in Europa, in Zukunft fördern wird: Bei der Volkszählung 2021 nannten nur 471 Personen Kornisch als ihre Hauptsprache in Cornwall.
Kornisch steht dem Walisischen und Bretonischen nahe und ging im 18. Jahrhundert als Gemeinschaftssprache verloren. Mitte des 20. Jahrhundert forderten Engagierte Schutz und Förderung für das Kornische.
Siehe auch:
– Milestone for Cornish language
– Großbritannien-Schottland: In zehn Jahren unabhängig?
SHARE