22-12-2025
Russland-indigene Völker: Eine Welle der Repression gegen indigene Aktivist:innen
Der Putin-Staat wirft ihnen „Terrorismus“ und „Extremismus“ vor
Daria Egereva. Foto: https://icipr.international/, СС-BY-SA 3.0
Von Tjan Zaotschnaja
Das „Internationale Komitee der indigenen Völker Russlands“ ICIPR hat auf die politische Verfolgung indigener Aktivist:innen aufmerksam gemacht. Ihnen werfen die Behörden „Terrorismus“ und „Extremismus“ vor.
Erfundene Vorwürfe, widerspricht das Komitee dem Staatsapparat. Mit den Anti-Extremismus- und Anti-Terror-Gesetzen unterbindet der russische Staat friedliche Menschenrechtsarbeit.
Aufgrund dieser Terror-Gesetze wurde am Dezember 2025 Daria Egereva soll angeblich Konakte zum Aborigen Forum sowie zum Centre for Support of Indigenous Peoples of the North (CSIPN) gepflegt haben. Seit 2024 gilt das Aborigen-Forum-Netzwerk als „extremistische Organisation“. Dieses Netzwerk bekennt sich unmissverständlich zur Gewaltfreiheit.
Am 17. Dezember 2025 wurde in Moskau ein weiterer Aktivist wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten festgenommen.
Der „Föderale Sicherheitsdienst der Russischen Föderation“ (FSB) ging nach den zwei Verhaftungen landesweit gegen weitere indigene Aktivisten vor, so in der Altai-Republik, in den Oblasteb Tomsk, Murmansk und Kemerovo, dem Kraj Altai, Taimyr und dem Krasnojarsk Krai, in der Republik Sacha (Jakutien) und in Sankt Petersburg. Diese Operationen richteten sich gegen Mitglieder indigener Gemeinschaften, darunter Selkups, Tubalars, Chulyms, Shors, Kumandins, Dolgan, Yukaghirs, Evenks, Sámi und Nganasan.
In Oblast Murmansk fand eine Hausdurchsuchung bei Valentina Sovkina statt, sie ist Mitglied der Sámi Indigenous People und des Ständigen Forums der Vereinten Nationen für indigene Themen (UNPFII).
Mindestens 17 indigene Aktivist:innen wurden in verschiedenen Regionen der Russischen Föderation von FSB-Agenten „aufgesucht“ und verhört. Ihre Computer wurden beschlagnahmt.
Das ICIPR kritisiert dieses Vorgehen des Geheimdienstes als politisch motivierte Verfolgung und als Fortsetzung der systematischen Kriminalisierung friedlicher indigener Menschenrechtsarbeit. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Menschenrechtsorganen und die Teilnahme an der Arbeit der Vereinten Nationen gilt offensichtlich als extremistischer Terrorismus.
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