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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Die westeuropäische Öffentlichkeit kümmert sich kaum um den Krieg in Äthiopien der Zentralregierung gegen den Rest. Die TAZ stellt fest, dass die Verfolgung der Tigrayer forciert wird. Die Parallelen zur Vorbereitung des Genozids an Ruandas Tutsi 1994 sind unübersehbar.

Die Tageszeitung formuliert unbequeme Fragen: „Wann beginnt ein Völkermord? Mit dem organisierten Abschlachten? Oder schon mit der Vorarbeit?“

Tigrayer behaupten, ein Völkermord an ihrer Nation sei im Gange. Sie verweisen auf Massaker, Luftangriffe, die Blockade von Lebensmittellieferungen, Hassreden und ethnische Verfolgung. Die äthiopische Regierung winkt ab, spricht von einer Kampagne einer Terrororganisation, die von eigenen Verbrechen ablenken und eine legitime Regierung untergraben wolle.

Die TAZ zitiert Diplomaten, die unüberbrückbare Differenzen ausmachten. Dialog scheint nach den Brutalitäten, den Kriegsverbrechen, kaum möglich zu sein. Dieses große afrikanische Land mit einer der ältesten Weltzivilisationen steuert, so die TAZ-Analyse, auf ein Genozid zu – wie Ruanda 1994.

Der Zentralstaat hatte in Vorbereitung zum Krieg die Tigrayer als eine ethnisch definierte Gruppe zum Feind erklärt, ihre Angehörigen zum „Abschuss“ freigegeben. Tigrayer gelten als Ungeziefer und Krebsgeschwür. Ministerpräsident Ahmed kündigte an, den Feind mit „unserem Blut und unseren Knochen zu begraben“. Die Tigrayer sollten „aus dem menschlichen Gedächtnis und Bewusstsein und aus den Geschichtsbüchern ausgelöscht“ werden und „die letzten ihrer Spezies“ sein, heißt es aus dem Umkreis der Staatspräsidenten.

Tausende Tigrayer wurden verschleppt, viele verloren ihre Arbeitsplätze, Bankkonten und Geschäftszulassung wurden eingezogen. Bei Straßenkontrollen sollen Bewaffnete Tigrayer aus Sammeltaxis holen und verhaften.

Die Regierung in Adis Abeba rief die BürgerInnen auf, sich zu bewaffnen. Im Bundesstaat Amhara, nördlich von Tigray, erhalten Jugendliche Machten. Vorbild Ruanda? Die TAZ kommentiert: „Dieses düstere Vorbild sollte jeder im Kopf behalten, der heute Äthiopien befrieden will.“

Bewaffnete Konflikte in Äthiopien (gfbv.de)

MemoÄthiopien112021.cdr (gfbv.de)

Der Völkermord an den Tutsi in Ruanda 1994 (gfbv.de)

Ruanda: Zwischen Traum und Trauma, von Simone Orlik, 18.12.2003 (gfbv.it)

Die Auseinandersetzungen in Ruanda. Ein uralter Stammeskrieg? Oktober 2000 (gfbv.it)

Die Wunden des Schweigens. Fotoaustellung von Yolande Mukagasana und Alain Kazinierakis (gfbv.it)

Dörfer der Versöhnung in Ruanda (gfbv.de)