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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Segre warb am 25. April am Tag des italienischen Gedenkens an die Befreiung vom „Nazi-Faschismus“ für eine uneingeschränkte Solidarität mit der von Russland überfallenen Ukraine. Es geht gar nicht, am Tag der Befreiung das Partisanen-Lieg „Bella Ciao“ zu singen ohne an die Ukraine zu denken. Sind überfallen worden, sagte Segre im Interview mit der Tageszeitung „Corriere della Sera“, ihr Widerstand muss unterstützt werden.

Für Teile der Partisanen, Linke und Pazifisten eine Provokation. Auch innerhalb des Partisanenverbandes ANPI taten sich Brüche auf, die Jüdische Brigade erklärte sich mit der Ukraine solidarisch, kündigte an, mit Ukraine- und Israel-Fahnen am 25. April auftreten zu wollen und, ja, auch mit NATO-Flaggen.

Die sich als Erben des antifaschistischen Widerstandes fühlenden Linken hingegen kritisieren die NATO und die USA für die Waffenlieferungen an die Ukraine, demonstrierten vor NATO-Stützpunkten, nicht aber vor der russischen Botschaft.

„Frieden wird nicht dadurch erreicht,“ hielt Liliane Segre den linken NATO-GegnerInnen entgegen, „indem man gleichgültig bleibt.“ Sie begrüßte den Auftritt einer Ukrainerin bei der Veranstaltung des Partisanenverbandes ANPI in Mailand. „Ich begrüße diese Entscheidung, sie ist ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Alten, Frauen, Kindern, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen“, klagte  Segre im „Corriere“-Interview an.

„Sich neutral zu verhalten ist nicht möglich, die Distanz zwischen Aggressor und Opfer ist falsch. Das ukrainische Volk wurde von den Russen angegriffen und sein Widerstand muss unterstützt werden“, stellte Senatorin Liliana Segre bestimmt fest. Für sie gibt es in diesem Krieg keine neutrale Haltung. Segre unterstützt deshalb auch die Lieferung westlicher Waffen an die Ukraine. Mit dem russischen Eroberungskrieg ist der Krieg wieder ins Herz Europas zurückgekehrt, erinnert die 92-jährige Senatorin Pazifisten und Linke an den Verursache der Aggression, an Russland.

Liliane Segre überlebte das KZ Malchow in Norddeutschland. Der 25. April hat für sie einen doppelten Wert, an diesem Tag wurde Mailand befreit und die angloamerikanischen Armeen sowie die sowjetische Rote Armee gingen gemeinsam gegen die Nazi-Wehrmacht und die Waffen SS vor.

„Ich war noch im KZ Malchow, dorthin bin ich von den Nazis als letzte Etappe des `Todesmarsches´ von Auschwitz aus verlegt worden. Ich erinnere mich an große Nervosität unter unseren Peinigern, während wir nicht verstanden, was geschah. Es waren einige französische Gefangene der Deutschen, die in jenen Apriltagen am Stacheldraht vorbeikamen, die uns sagten: Sterbe nicht, warte, der Krieg ist im Begriff, zu enden,`´ erinnert sich Segre an ihre Befreiung.

Die Senatorin auf Lebenszeit zeigt außerdem wenig Verständnis dafür, dass das Parlament den 26. Januar zum „Nationalen Gedenk- und Opfertages der Alpini“ erklärt hatte. An diesem Tag fand die Schlacht im russischen Nikolaevka zwischen der Roten Armee und deutsch-italienischen Invasionstruppen statt. Die Alpini sicherte den Rückzug. „Es war ein ehrenvolles Unterfangen im Kontext eines unehrenhaften Krieges, den der Faschismus wollte,“ versuchte Segre die gewürdigte Tapferkeit der Alpini zurechtzurücken. Das faschistische Italien überfiel gemeinsam mit Nazi-Deutschland einen souveränen Staat, damals die UdSSR.

Einen Tag später, am 27. Jänner, erinnert sich die Welt an die Befreiung von Auschwitz und an die Opfer der Shoah. „Wenn der Nazi-Faschismus gewonnen hätte, gäbe es keinen 25. April. Und auch nicht Freiheit,“ kommentiert Liliane Segre die Parlamentsentscheidung, die Alpini des Zweiten Weltkrieges zu würdigen und hochleben zu lassen.