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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Im Land der Herero und Nama wurden vor 122 Jahren die ersten deutschen Konzentrationslager hochgezogen. Damals, kurz nach 1900, als Deutsch-Südwestafrika noch Kolonie des deutschen Kaiserreiches war. Dieses Kapital ist noch nicht abgeschlossen. 

Die deutsche Kolonialverwaltung sperrte Angehörige der Herero und Nama in die KZ ein, die Überlebenden des Völkermords. Christliche Missionare waren in die „Verwaltung“ der Lager eingebunden.

1904 schlug der damalige Gouverneur Lothar von Trotha den Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika äußerst brutal nieder. In einem Vernichtungskrieg wurden schätzungsweise 50.000 Herero und 10.000 Nama getötet.

Spät aber doch bekennt sich Deutschland zu diesem ersten Völkermord seiner Geschichte. Die Vernichtung der Herero und Nama eine Art Probelauf für die industrielle Vernichtung der europäischen Juden durch Nazi-Deutschland.

Die Nachfahren der Herero und Nama sind wenig begeistert über das Versöhnungs-Abkommen zwischen Namibia und Deutschland, auch deshalb, weil sie nicht mit verhandeln durften. Lange war dieses Thema ein deutsches Tabu, in den 1970er Jahre versuchte Tilman Zülch mit seiner GfbV auf die verdrängte blutige deutsche Kolonialgeschichte aufmerksam zu machen. 

Namibia und Deutschland zogen mit ihrem Abkommen einen Schlussstrich unter die Kolonialgeschichte. Leitmotiv, Schluss mit der Vergangenheit. Herero und Nama aber nicht, sie streben eine Klage gegen das Abkommen an.