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Queralt Castillo Cerezuela und Miguel Fernández Ibáñez analysieren für das online-Magazin „nationalia“ der katalanischen NGO Ciemen die veränderte globale Ordnung. Diese beschreibt der deutsche Politikwissenschaftler Carlo Masala als „Welt-Unordnung“.
In ihrem Dossier gehen Cerezuela und Ibáñez auf die erwähnte „Un-Ordnung“ ein und wie sie das Recht auf Selbstbestimmung einschränkt. Die sich entwickelnde Multipolarität, die Wahlerfolge der extremen Rechten, die „Normalisierung“ des Staatsnationalismus und die geopolitische Instrumentalisierung von ethnischen Konflikten unterbindet demokratischen Forderungen von Minderheiten und staatenlosen Nationen.
Cerezuela und Ibáñez präsentieren elf „Situationen“ – die Kurden, aufgeteilt zwischen der Türkei, Syrien, dem Irak und dem Iran; die Drusen, eine religiöse Minderheit im Nahen Osten; die Uiguren, die systematischer Repression durch China ausgesetzt sind; die Rohingya, Opfer ethnischer Säuberungen in Myanmar; die Roma, das größte staatenlose Volk auf europäischem Gebiet; die Saharawis, mit einem ungelösten Dekolonisierungskonflikt; die Grönländer, die mit einem neuen Kolonialismus konfrontiert sind; die Armenier von Arzach/Bergkarabach nach der jüngsten ethnischen Säuberung; die Schotten und ihre Debatte über die Unabhängigkeit; die Menschen von Bougainville und ihren Übergang zur Selbstbestimmung und das Somaliland, das seit mehr als drei Jahrzehnten internationale Anerkennung sucht.
Das Dossier bietet einen umfassenden und detaillierten Einblick in die neuen internationalen Dynamiken und deren Konsequenzen. Die beiden Autoren analysieren kritisch die neue globale Ordnung und holten sich Bewertungen von weiteren Fachleuten aus den Bereichen internationale Politik und Völkerrecht ein.
Sie stellen in ihre Analysen das Recht auf Selbstbestimmung in den Mittelpunkt, sie geben minderheitlichen Bevölkerungen und staatenlosen Nationen Stimme und Perspektive.

