Fast verdoppelt: Die indigene Bevölkerung der USA wächst

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Von Wolfgang Mayr

Laut der aktuellen US-Volkszählung ist in den letzten zehn Jahr die indigene Bevölkerung sehr stark angewachsen. Das Land wurde insgesamt multinationaler und vielfältiger. Die Zahl der BürgerInnen, die sich als ErbInnen der First Nations bezeichnen, stieg von 5,2 Millionen 2010 auf 9,7 Millionen im Jahr 2020. Das entspricht Zuwachs von 86,5 Prozent.

Damit stellen, schreibt Indian Country Today, „die Indianer und Alaska-Ureinwohner 2,9 Prozent der US-Bevölkerung.“ Von den 9,7 Millionen US-BürgerInnen indigener Herkunft bezeichnen sich laut der Volkszählung 3,7 Millionen Menschen als Indianer und Alaska-Ureinwohner. Die Zahl der Menschen, die sich in Kombination als Weiße, Indianer und Alaska-Ureinwohner identifizierten, stieg von 1,4 Millionen 2010 auf vier Millionen im Jahr 2020. 1,6 Millionen zählen die US-BürgerInnen hawaiianischer Abstammung.

1860, damals dehnten sich die USA militärisch und migrantisch westwärts aus, wurden erstmals die amerikanischen Ureinwohner bei einer Volkszählung mit aufgenommen. Seit 1960 scheinen auch die Hawaiianer und andere pazifische Insulaner bei Volkszählungen auf. Die sogenannten Hispanics oder Latinos zählten die Behörden 1930 und dann erst wieder ab 1970.

Die Volkszählung – ein „Selfie“ des Indian Country 2020

Die im letzten Jahr erhobenen Daten sind laut dem Census Bureau ein genaueres Bevölkerungsporträt der USA. Die gestellten Fragen ermöglichen eine präzisere Beschreibung der eigenen oft vielfältigen Identität. Die Daten sind detaillierter und ein Spiegelbild, „wie sich die Menschen selbst identifizieren“, schreibt Indian Country Today. In den USA leben 331 Millionen Menschen, 7,4 Prozent mehr als vor zehn Jahren bei der letzten Volkszählung.

Wo leben die native americans?

In Alaska und in New Mexiko stellen die Alaska Natives und American Indians die zweitgrößte ethnische Gruppe nach der weißen Bevölkerungsmehrheit:

  • Alaska — 14,8 %
  • New Mexico — 8,9 %
  • South Dakota — 8,4 %
  • Montana — 6 %
  • North Dakota — 4,8 %

 

In Arizona beträgt der indigene Bevölkerungsanteil 3,7 Prozent, eine leichte Zunahme. In Montana hingegen sank der indigene Anteil auf 6 Prozent ab.

ICT’s coverage of the 2020 Census

Der National Congress of American Indians NCAI begrüße die spürbare Zunahme des indigenen Bevölkerungsanteils. Ein Zeichen dafür, kommentierte der NCAI, dass die USA vielfältiger geworden sind.

Aufgrund der neuen Daten werden die 1,5 Billionen Dollar an Bundesausgaben dementsprechend ver- und zugeteilt. Die erhobenen Daten dienen als Baustein , als Grundlage, bei der Berechnung der Geldzuweisung.

Fawn Sharp, Quinault und Präsidentin des National Congress of American Indians, hofft nun auf mehr Bundesgeld. „Wir ermutigen alle Stammesnationen, sich an den  lokalen und staatlichen Umverteilungen zu beteiligen, um sicherzustellen, dass die Stammes-Nationen einen fairen Zugang zu den Ressourcen erhalten, den sie brauchen und verdienen.“

5 Takeaways aus 2020 Volkszählungsdaten

New Mexico gilt als am stärksten hispanisch geprägter US-Staat. Fast 48 Prozent der Befragten gaben an, sich herkunftsmäßig mit Lateinamerika oder anderen spanischsprachigen Gebieten verbunden zu fühlen.

Menschen, die sich weder weiss, schwarz, asiatisch, indianisch, noch hawaiianisch oder pazifisch bezeichnen, stellen mit fast 50 Millionen Angehörigen die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe. Mit 47 Millionen Angehörigen stagniert die schwarze Bevölkerungsgruppe.

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