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Das österreichische Justizministerium bestätigte staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen einen österreichischen „Sniper“. Er soll während der Belagerung von Sarajevo (von 1992 bis 1996) als Scharfschütze auf Zivilisten geschossen haben.
Voices griff diese mutmaßlichen Verbrechen im November 2025 auf. Die Mailänder Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf, es wird vermutet, dass mehr als 200 norditalienische Schützen von den Bergen aus nach Sarajevo geschossen haben.
Ermittelt wird in Österreich außerdem gegen einen weiteren Täter. „Es handelt sich bereits um ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren, es gibt also valide Verdachtsmomente gegen die Personen,“ schreibt der ORF. Die beiden Männer sollen an „Sniper-Touren“ während des Bosnien-Krieges in Sarajevo teilgenommen haben.
So wie europäische Großwildjäger nach Afrika auf kolonialistisch eingefärbte Safaris fahren, beteiligten sich laut Recherchen des italienischen Schriftstellers Ezio Gavazenni Westeuropäer an Wochenend-Morden. Auf diesen „Safaris“ – zu absurd, um wahr zu sein? – sollen westeuropäische Männer dafür bezahlt haben, auf Menschen in Sarajevo zu schießen.
Laut dem österreichischen Justizministerium beruhen die Ermittlungen nicht auf den Recherchen von Gavazenni. Offensichtlich gibt es noch andere, wie bereits zitiert, „valide Verdachtsmomente“.
Diese Informationen wurde nach einer Anfrage der grünen Parlamentarierin Alma Zadic veröffentlicht. Zadic begrüßte die Ermittlungen gegen die Wochenend-Sniper und fordert eine lückenlose Aufklärung, handelt es sich doch bei den Vorwürfen um schwerste Kriegsverbrechen.

