Thomas Benedikter. Foto: Thomas Benedikter
Thomas Benedikter. Foto: Thomas Benedikter
Thomas Benedikter. Foto: Thomas Benedikter

Thomas Benedikter schickt voraus, ohne eigene Gesetzgebung gibt es keine Autonomie. Im Gespräch mit der kurdischen Nachrichtenagentur Firat News Agency (ANF) erläutert Benedikter diesen Grundsatz: „In einer breiten Palette von Zuständigkeiten kann der Südtiroler Landtag eigene Gesetze verabschieden, wobei er die italienische Verfassung und die internationalen und EU-Normen einzuhalten hat.“

Trotz der Unvollkommenheit der Autonomie, sie ist keine Voll-Autonomie, beschreibt Benedikter die Südtiroler Selbstverwaltung als ein Instrument der Eigenständigkeit: „Dank Autonomie und dank des Selbstbehauptungswillens der Südtiroler ist Südtirol nicht nur politisch eigenständig geblieben, sondern hat sich seinen geschichtlich tradierten kulturellen Grundcharakter weitgehend bewahrt.“

Im anf-Interview wird Thomas Benedikter auch darauf angesprochen, ob Südtirols Autonomie kopierbar ist. Mit Einschränkungen, sagt Benedikter: „Tatsächlich bietet die Geschichte Südtirols und seine Autonomieregelung viele Anhaltspunkte, die in anderen substaatlichen Konflikten hilfreich sein können. Zahlreiche ethnische Minderheiten in allen Kontinenten versuchten, Elemente dieser Autonomie für eine Lösung ihrer Konflikte aufzugreifen. Allerdings muss immer berücksichtigt werden, dass jeder Selbstbestimmungs- und Minderheitenkonflikt sich auf einem einzigartigen rechtlichen, politischen, kulturellen und geschichtlichen Hintergrund abspielt. In jedem Einzelfall muss dann eine spezifische Lösung gefunden werden, doch zahlreiche bewährte Elemente der Südtirol-Autonomie können eine wertvolle Erfahrung bieten.“