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Von Wolfgang Mayr
„Ein Nobody gegen Putin“ von Pawel Talankin und David Borenstein sorgt für Furore. Gleich viermal wurde der Doku-Film ausgezeichnet, mit dem Oscar der Academy Awards, von den British Academy Film Awards 2026 als bester Dokumentarfilm, ein Jahr zuvor vom Cinema for Peace Dove for The Political Film of The Year. „Entdeckt“ wurde „Nobody“ vom Sundance Film Festival, einst initiiert von Robert Redford, vor mehr als einem Jahr.
„Nobody“ ist eine Koproduktion der dänischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt DR, der britischen BBC sowie von ZDF und Arte.
In der Sundance-Begründung hieß es: „Für den mutigen Akt, die heimtückischen Ursprünge der Propaganda in russischen Schulen zu dokumentieren und uns zu zeigen, wie leicht es ist, Fehlinformationen zur Manipulation zu nutzen.“
Der ehemalige Lehrer Talankin beteiligte sich mit seiner Video-Kamera an den verschiedenen „patriotischen“ Schulveranstaltungen, dehnte seinen Aktionsradius aus, abseits der patriotischen Besoffenheit, dokumentierte den umweltzerstörerischen Kupferabbau in der Nähe der Stadt Karabasch im Ural. Laut UNESCO zählt diese Stadt und ihre Umgebung zu den am stärksten verschmutzten Städten der Welt.
Talankin hielt mit seiner Videokamera die kriegsbegeisterten Aktionen an seiner Schule fest, besonders die „Gespräche über Wichtiges“, „patriotische Darbietungen“ wie kriegsverherrlichende Theaterstücke.
Das Putin-Regime verordnet dem kriegsführenden Land grenzenlose „Vaterlandsliebe“ wie einst Stalin im Zweiten Weltkrieg. Damit soll die sogenannte „Spezielle Militäroperation“ gerechtfertigt und von der Bevölkerung mitgetragen werden. Das scheint dem Regime gelungen zu sein.
Der Dokumentar-Film „Nobody“ beschreibt die staatliche Propaganda als entgrenzt, als ganzheitlich, der sich niemand entziehen kann. Ein Film, den sich die vielen rechts- und linksradikalen Putin-Fans in der EU anschauen sollten.
2024 setzte sich Talankin nach Europa ab, sein Videomaterial belegt den Kriegswahn des Regimes, eine Dokumentation, die Talankin möglicherweise lebenslang in ein „Arbeitslager“ gebracht hätte.
Eine „schwere Kost“, titelte die TAZ. Schlimmer.

