Zum Holocaust-Gedenktag

Ein neuer Film über die sogenannte Wannsee-Konferenz zeichnet den minutiös geplanten industriellen Genozid der Nazis an den europäischen Juden nach. Die Filmemacher erinnern daran, wie „Manager“ des millionenfachen Mordes in Doppelreihern und Uniformen die „Endlösung“ verhandelten.

Von Wolfgang Mayr

Ein neuer Film über die sogenannte Wannsee-Konferenz zeichnet den minutiös geplanten industriellen Genozid der Nazis an den europäischen Juden nach. Die Filmemacher erinnern daran, wie „Manager“ des millionenfachen Mordes in Doppelreihern und Uniformen die „Endlösung“ verhandelten.

Einige Tipps von VOICES auf Sendungen mit Zeitzeugen über das NS-Staatsziel „Ausrottung der Juden in Europa“.

Im Film „Eine Kinder im Versteck“ erzählt die Münchnerin Charlotte Knobloch über ihr Überleben des Holocausts, versteckt auf einem Bauernhof. In der Dokumentationsreihe „Zeuge der Zeit“ kommen Betroffene zu Wort und es wird daran erinnert, wie das US-amerikanische Fernsehen den Holocaust zum Thema machte.

Nicht nur die deutschen Nazis beriefen sich darauf, die angeblichen Protokolle der Weisen von Zion gelten für alle Antisemiten als Beleg für eine jüdische „Weltverschwörung“. Radiowissen arbeitet die Geschichte einer Fälschung auf: „Das „Weltjudentum“ plane, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das behaupten die Protokolle der Weisen von Zion. Doch die Protokolle sind eine Fälschung. Wer steckt dahinter? Und warum halten sie sich bis heute hartnäckig?“

Die Dokumentation „Wir sind jüdische Deutsche“ greift die jüdische Geschichte nach der Befreiung 1945 auf. Wie pflegen die jüdischen Deutschen ihr Erbe und ihre Identität, eine der Fragen der Dokumentation: „Es war wie ein eigenes Ghetto, in dem wir alle Jiddisch miteinander sprachen und unter uns waren“, erinnern sich die Brüder Fiszel und Simon Ajnwojner, wenn sie von ihrer Kindheit im Frankfurter Ostend erzählen. Dort fand die Familie, die zuvor im DP-Lager Föhrenwald in Bayern untergebracht war, ein neues Zuhause“.

Das Erbe und die Tradition der jüdischen Deutschen reicht weit zurück, 1.700 Jahre. Am 11. Dezember 321 gestattete Kaiser Konstantin mit einem Edikt die Berufung von Juden in die Kölner Stadtverwaltung. Diese erste Urkunde betätigt die Existenz einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden. Der Anfang einer Geschichte mit tiefen Einschnitten und Brüchen, aber auch der Vielfalt.

Im Tagesgespräch „Prozesse gegen alte NS-Täter: Gerecht – oder zu spät?“ werden die letzten Prozesse gegen NS-Verbrecher behandelt. „Sie sind weit über 90 Jahre alt und waren an NS-Verbrechen beteiligt. Immer noch werden Prozesse gegen Beschuldigte aus der Nazizeit geführt. Symbolischer Aktionismus oder notwendige Sühne?“

Der religiöse und rassistische Antisemitismus aus Europa stieß in der arabisch-islamischen Welt auch auf Zustimmung. In der Sendereihe Radiowissen des Bayerischen Rundfunks  wird die „Judenfeindschaft im Orient – Amin al Husseini und der NS“ analysiert. „In der islamischen Welt wurde die jüdische Bevölkerung benachteiligt, aber nicht verfolgt. Im 19. Jahrhundert brachten die Europäer ihre aggressive Judenfeindschaft in den Orient. Arabische Nationalisten griffen sie auf. Und ihr Führer Amin al-Husseini, Anhänger von Adolf Hitler, machte den Antisemitismus des NS im Islam gesellschaftsfähig“.

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