UNESCO: Gállok-Mine bedroht Sami und das Weltkulturerbe Laponia

Von Jan Diedrichsen

Jokkmokk, im Norden Schwedens, liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Laponia-Nationalpark, der seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Ganz in der Nähe, in Gállok, sind Eisenerzvorkommen entdeckt worden. Laponia, zu dem mehrere samische Dörfer und Nationalparks gehören, wurde aufgrund seiner natürlichen und kulturellen Werte zum Weltkulturerbe erklärt.

Bereits im Sommer 2013 plante der britische Minenkonzern Beowulf Mining Corporation mit Erlaubnis der schwedischen Regierung Probebohrungen. Dagegen protestierten rund 800 Einheimische. Der Protest weitete sich aus und fand weltweit Beachtung.

Die schwedische Regierung hat bereits im vergangenen Jahr die UNESCO um eine Stellungnahme zu der Frage gebeten, wie sich eine geplante Mine außerhalb von Jokmokk auf das Weltkulturerbe Laponia auswirken würde. Nun liegt die Antwort vor, Die UNESCO hält in den Bericht fest, dass das Vorhaben negative Auswirkungen haben wird. Dies berichten Sameradion und SVT Sápmi.

Nach Ansicht des schwedischen Sami-Nationalverbandes (SSR) ist ein Gállok-Bergwerk unverantwortlich. Der Nationalverband hofft nun, dass die Regierung die Stellungnahme der UNESCO zur geplanten Mine ernst nimmt und das Vorhaben stoppt.

Der schwedische Sami-Nationalverband (SSR), Sámiid riikkasearvi, ist die nationale Organisation der hauptsächlich Rentierzucht betreibenden Sami in Schweden. Seine Mitglieder sind die 44 samischen Dörfer Schwedens und 16 der samischen Vereine des Landes. Der Sitz des Verbandes befindet sich in Umeå.

„Nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllt“

Das Bergbauunternehmen Beowulf wird von der samischen Dachorganisation stark kritisiert.

Das Unternehmen hat mehrere Jahre lang behauptet, dass seine Umweltverträglichkeitsprüfungen ausreichend sind und dass die Unterlagen des Unternehmens zeigen, dass das Welterbe nicht beeinträchtigt wird, aber die Antwort der UNESCO zeigt nun deutlich, dass das Unternehmen nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllt, wenn es das Land der Sami betreten und ausbeuten will, sagt Jan Erik Länta, Vorsitzender der Sami-Vereinigung Jåhkågasska.

„Die UNESCO weist auf erhebliche Mängel in der Dokumentation über die Folgen des Erztransports und die Auswirkungen auf das Weltkulturerbe hin“, schreibt der SSR und erklärt, dass die UNESCO die Auswirkungen des Erztransports als besonders bedenklich hervorgehoben hat und betont die besondere Verantwortung Schwedens, dass eine lebendige und aktive Rentierzucht im Laponia-Gebiet gesichert bleibt.

– Wir sind der Meinung, dass ein Bergwerk in Gallok nicht möglich sein darf, weil es äußerst negative Auswirkungen auf die Rentierzucht und die Rechte der samischen Dörfer hat. Unserer Ansicht nach hätte diese Frage aufgrund der internationalen Verpflichtungen Schwedens zum Schutz der traditionellen Wirtschaftszweige der indigenen Völker (Rentierzucht) bereits geklärt sein müssen. Es ist an der Zeit, dass die Regierung die volle Verantwortung übernimmt“, erklärt der Dachverband.

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