Und die 30.000?

Die palästinensische Solidaritätsbewegung und ihr ohrenbetäubendes Schweigen

Solidaritätskundgebung für Kurdistan in Bozen, 26.01.2026. Foto: GfbV

Solidaritätskundgebung für Kurdistan in Bozen, 26.01.2026. Foto: GfbV

Von Wolfgang Mayr

 

In vielen europäischen Städten demonstrierten Kurd:innen gegen den islamistischen Krieg gegen Rojava. Rojava steht für das westliche Kurdistan, im nördlichen Syrien, Kerngebiet der einstigen Autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens AANES. Die aktuelle Belagerung von Kobane wird von der Armee des NATO-Staates Türkei koordiniert.

Der Islamist al-Shaara, einst IS, Al-Qaida, Al Nusra-Front, HTS, ein Sammelsurium übelster gewalttätiger islamistischer Milizen, lässt seine Armee – inzwischen bestehend groß teils aus diesen Milizen – gegen den kurdischen Feind marschieren. Weil die sich nicht unterwerfen wollen, weil Kurden, Christen, Alawiten und Drusen ein föderales Syrien wollen. Sie wollen mitbestimmen.

Al-Shaara kann marschieren, weil die einstigen Verbündeten – die USA – die Kurden fallengelassen, verraten haben. Verbündete in Kampf gegen den IS. US-Präsident Trump stärkt al-Shaara mit seinem Konzept der territorialen Integrität den Rücken. Trump selbst schert sich wenig um diese hochgelobte, fast heilige territoriale Integrität, wenn es um Grönland und um die Ukraine geht.

Nicht nur Trump umarmt al-Shaara, der lange auf internationalen Terrorlistenstand, auch die EU scharwenzelt um den angeblich weichgespülten Islamisten herum. Auch Putin reiht sich ein, der einstige Gegner der Islamisten. Der deutsche Bundeskanzler lud ihn bereits zu einem Staatsbesuch ein. „Deutschland, plötzlich Islamistenfreund“, spottete die linksgrüne TAZ.

Auf den europaweiten Kundgebungen für Rojava fehlten die üblichen Protestierer, die pro-palästinensischen Vielmarschierer. Sie schweigen, Rojava scheint für sie kein Thema zu sein. Warum wohl? Die erklärten Feinde der Kurden, die oben angedeuteten islamistischen Gewalttäter, sind die geistigen Verwandten der Hamas. Im Visier dieser Klerikalfaschisten sind in erster Linie Mädchen und Frauen, die für ihr Kurdistan kämpfen. Fallen sie in die Hände dieser Selbstgerechten, wird das vollständige Programm durchgezogen, Vergewaltigungen, Folterungen, Schändung von Leichen.

Dafür gibt es ein Vorbild, den 7. Oktober 2023, als hysterische Hamas-Killer im südlichen Israel über die Menschen in den Kibbuzen und Dörfern herfielen. Antiimperialistische und pro-palästinensische Linke feierten die Massenvergewaltigungen und den Massenmord als einen „Akt der Befreiung“. Die menschenverachtende Hamas provozierte damit einen Krieg, den Israel unverhältnismäßig, überzogen und entgrenzt führt. 65.000 palästinensische Kinder, Frauen und Männer wurden seit dem 8. Oktober 2023 getötet, Gaza platt gewalzt.

 

Die Mullahs, die Paten der Hamas

Die Freunde der Hamas, die im Iran herrschenden Mullahs und ihre Revolutionsgarden und schlug vor einigen Wochen die Proteste meist junger Menschen mit äußerster Brutalität nieder. In zwei Tagen schlachteten die Gardisten der Mullahs, die in Saus und Braus leben, mehr als 30.000 Menschen ab. In zwei Tagen. Manche Quellen geben gar die Zahl von 40.000 ermordeten Demonstranten an, viele davon in Rojhilat, das östliche Kurdistan.

In den vergangenen Monaten gingen weltweit, auch in Bozen, die Freunde der Hamas protestierend gegen Israel auf die Straße. „From the river to the sea“, also weg mit Israel war ihre genozidale Forderung. Wenn die Paten der Hamas, die Mullahs in Teheran, in zwei Tagen mehr als 40.000 Menschen ermorden, schweigt diese Szene. Wie sie auch im Fall des islamistischen anti-kurdischen Krieges in Syrien wegduckt. Warum? Offensichtlich quält sie nicht der Tod vieler Menschen, sondern dass dafür Israelis verantwortlich sind. Juden. Es geht also um Antisemitismus.

Besonders schräg wird es dann, wenn diese Aktivist:innen von „Pro Gaza“ zum Holocaust-Gedenken zu Wort melden. Wie beispielsweise in Meran in Südtirol. Es geht um die Erinnerung an die Shoah, schrieb „Pro Gaza“: „Es geht darum sich zu fragen, welche Bedeutung die Erinnerung an den Holocaust in einer Realität hat, in der Israel und ein Großteil des Westens, einen Völkermord begehen oder unterstützen.“ Immerhin, so „Pro Gaza“, stellte dies der Internationale Strafgerichtshof fest.

Nein, fake, das Strafgerichtshof forderte Israel auf, die Militäraktion zu beenden und kündigte ein mögliches Verfahren an. Die Anschuldigungen, vorgebracht von Südafrika, sollen geprüft werden. Die Anklage wurde bis jetzt nicht erhoben. So viel zu den Fakten.

Ansonsten hält es „Pro Gaza“ wie alle andere pro-palästinensischen oder pro Hamas-Solidaritätsgruppen. Die Massaker im Iran und in Syrien, die Massenmorde islamistischer Milizen in Darfur und der seit vier Jahren laufende russische Eroberungskrieg in der Ukraine stehen nicht auf der Agenda der ach so besorgten pro-palästinensischen Freunde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google

Zurück zur Home-Seite