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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Im syrischen Bürgerkrieg unterstützt die russische Armee und die Kreml-Killertruppe Wagner Diktator Assad gegen die sunnitischen Islamisten. Der russische Kriegspräsident Putin begründete die Assad-Hilfe mit dem internationalen Kampf gegen den Terrorismus.

In diesem Krieg ist Russland auch mit dem islamistischen Iran verbündet. Seit dem Sieg der Taliban versucht der Kreml zu den sunnitischen Extremisten in Afghanistan einen Kontakt aufzubauen. Internationaler Kampf gegen den Terrorismus?

Auf der Seite der russischen Invasionstruppen in der Ukraine wüten auch tschetschenische Kämpfer, die unter der grünen Flagge des Islams gegen die UkrainerInnen kämpfen. Putins Statthalter in Tschetschenien, der Massenmörder Kadyrow, sieht seine Kriegsteilnahme als eine Art Kreuzzug gegen die westlich verdorbene Ukraine.

Die digitale Plattform der katalanischen NGO Ciemen analysierte die vielen Freiwilligenbataillone in der Ukraine. Auf der Seite der russischen Täter und der Seite der ukrainischen Opfer kämpfen Ausländer. Das bisher gängige und gepflegte Bild, Linke für die ehemaligen Volksrepubliken im Donbass unter der roten Fahne, Rechtsradikale für die Ukraine. Ein vom Kreml gepflegtes „Narrativ“, eine Schauermärchen, meint die katalanische Ost-Europa-Expertin Marta Ter.

Fake news, kritisiert Nationalia. In den russischen Schützengräben im Donbass tummeln sich Antifaschisten und Neonazis für die Sache Putins, Nationalia zitiert den Artikel von Roger Suso über die extreme Rechte im russischen Krieg gegen die Ukraine.

In diesem Krieg stehen sich auch Tschetschenen gegenüber, auf russischer Seite die Islamisten von Diktator Kadyrow, auf der Seite der ukrainischen Verteidiger tschetschenische antiislamistische Unabhängigkeitskämpfer.

Laut Marta Ter geht das Kadyrow-Regime brutal gegen seine Gegner vor, die deshalb den Krieg in die Ukraine ziehen, um die Kadyrow-Killer zu bekämpfen. Diese Tschetschenen kämpfen nicht im Namen des Dschihad, sondern für die nationale Befreiung der Ukraine und Tschetscheniens. Zwei tschetschenische Bataillone, bestehend aus Veteranen des ersten und zweiten Tschetschenien-Krieges, kämpfen auf der Seite der ukrainischen Armee. Schon bei den ersten militärischen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine 2014 nahmen Tschetschenen daran teil, bis 2017 sollen es 500 Kämpfer gewesen sein.

Während islamistische Tschetschenen in Syrien gegen die russische Armee kämpfen, ziehen Freiwillige unterschiedlicher Nationalität in die Ukraine in den Krieg gegen Russland. „Sie alle kämpfen gegen das, was sie als gemeinsamen Feind wahrnehmen: die russische Aggression“, sagte Marta Ter. Seit mehr als 300 Jahren wehren sich Tschetschenien gegen die russische Fremdbestimmung. Die tschetschenischen Freiwilligen hoffen auf einen ukrainischen Sieg, der der Beginn der Befreiung des Kaukasus und aller von Russland unterdrückten Völker sein wird. Verliert die Ukraine, holt sich Moskau die übrigen „abgefallenen“ Sowjetrepubliken wieder zurück.

Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow, ein gewalttätiger Mafioso und nicht weniger brutaler Islamist, entsandte seine Wächter in die Ukraine. Kadyrowti heißen sie, Kadyrows Anhänger. Diese Truppe besteht aus 30.000 Soldaten. Die Kadyrowti operieren in der Ukraine außerhalb der normalen militärischen Kommandostruktur Russlands.

Die ukrainischen Behörden werfen den Kadyrowzi vor, verantwortlich für ein Attentatsversuchs auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu sein. Im Krieg gegen die Ukraine betätigt sich Kadyrow als Scharfmacher, der Präsident Putin zu einem totalen Krieg bewegen möchte.

Letzthin appellierte Kadyrow an die Russen, sich freiwillig zum Krieg zu melden. Er plädiert dafür, den Kriegszustand auszurufen und die Mobilisierung anzuordnen.