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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Jean Roach, eine Lakota-Frau, die seit September in Europa unterwegs ist, kann Erfolge ihrer Reise vorweisen.

Von Claus Biegert

Jean Roach, eine Lakota-Frau, die seit September in Europa unterwegs ist, kann Erfolge ihrer Reise vorweisen. Jean Roach ist nicht irgendeine indigene Aktivistin aus dem mittleren Westen der USA. Sie war dabei, als am 26. Juni 1975 auf dem Reservat Pine Ridge bei einem Schußwechsel drei Menschen starben: die FBI-Agenten Ron Williams und Jack Coler, sowie der indianische Aktivist Joe Stunz. Mit dabei war auch Leonard Peltier, der seit 44 Jahren in Haft ist – weil er dabei war.

 

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Ursprünglich wegen Doppelmordes angeklagt, erhielt er zweimal lebenslänglich. Als sich herausstellte, dass sämtliche Beweismaterialien gefälscht waren, wurde die Anklage auf Beihilfe zum Mord (aiding and abetting) abgeändert – weil er dabei war. Das Strafmaß aber blieb. Sämtliche bisherigen Präsidenten haben die weltweiten Petitionen für seine Freilassung ignoriert. Ignoriert wurden auch die Briefe von Papst Franziskus, der an Präsident Obama und unlängst an Präsident Biden geschrieben hat.

Anfang September kam Jean Roch, derzeit Co-Direktorin des „International Leonard Peltier Defense Committee“, nach Europa. Sie besuchte den Menschenrechtsausschuß der UNO in Genf, zusammen mit Carol Gokee, der Gründerin und Vorsitzenden von „Rise up for Peltier“, und beide sprachen bei der Genfer Stadtregierung vor. Dort wurden sie ohne Zögern von Alfonso Gomez Cruz empfangen. Der Gallizier und grüne Politiker ist seit 1. Juni 2022 Vizepräsident der Stadt Genf. Gomez Cruz stimmte der gewünschten Petition sofort zu und hofft, viele europäischen Städte mögen seinem Beispiel folgen.

Jean Roch hofft das auch. Die Redaktion von VOICES wird der Bitte folgen und die Bürgermeister:innen von Bozen, Kiel und München ansprechen.

Alfonso Gomez Cruz Foto: Valérie Martinez