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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Simon Constantini,

Die spanische Regierung hat das Europäische Parlament offiziell aufgefordert, Baskisch, Galicisch und Katalanisch anzuerkennen und ihre Verwendung beispielsweise in Reden im Plenarsaal zuzulassen.

Dies ist eines der wenigen greifbaren Ergebnisse des Verhandlungstisches zwischen der spanischen sozialistischen Regierung von Pedro Sánchez (PSOE) und der katalanischen Unabhängigkeitsregierung von Pere Aragonés (ERC) – von der Sánchez sofort das brennendste Thema, die Selbstbestimmung, verboten hatte, was katalanische Proteste auslöste.

Die Formalisierung von Minderheitensprachen in der Europäischen Kammer ist eine alte Forderung vieler baskischer, galicischer und katalanischer Europaabgeordneter, aber sie hatten es immer mit einer europäischen Verwaltung zu tun, die nur auf die Staaten hört, und mit spanischen Regierungen aller Couleur, die sich bisher hartnäckig geweigert hatten, ihre Forderungen zu erfüllen.

Der derzeitige Schritt bedeutet jedoch nicht, dass die drei im spanischen Staat gesprochenen Sprachen im Begriff sind, in Wirklichkeit Amtssprachen der Europäischen Union zu werden, wie es kürzlich mit Irisch geschehen ist, da ihre Anerkennung (vorerst) nur auf den parlamentarischen Bereich beschränkt sein wird.

In der Vergangenheit hatten mehrere Abgeordnete nicht anerkannte Minderheitensprachen verwendet, um ihre Kollegen auf die Diskriminierung aufmerksam zu machen, unter der sie litten, und einige Basken, Galizier und Katalanen hatten sich daran gewöhnt, ihre Reden auf Englisch, Französisch oder Deutsch als Zeichen des Ungehorsams gegenüber denen zu halten, die sie zwingen wollten, in Straßburg „Kastilier zu sein“.

Nun aber hat die Zentralregierung endlich beschlossen, diesen Schritt in Richtung Sprachgleichheit zu tun, … Unwahrscheinlicher ist allerdings, dass auch Friaulisch oder Sardisch anerkannt werden, die – trotz der schönsten Verfassung der Welt – in ihren jeweiligen Regionalräten nicht einmal miteinander sprechen.