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Von Wolfgang Mayr

Die „Europäische Gebietskörperschaft Elsass“ (collectivité européenne d’Alsace – CEA) wirbt um eine Verwaltungsreform. Das Elsass soll aus der französischen Region „Grand Est“ herausgelöst werden.

Das im Elsass gesprochene Alemannisch ist eine Variante des Deutschen. Laut einer Studie spricht nur mehr eine kleine Minderheit elsässisch, nämlich fünf Prozent. Ein Viertel der Elsässer ist zweisprachig. Zwei Drittel der Elsässer sprechen nur mehr Französisch.

Im Zuge der Reformen der Gebietskörperschaften wurde im Jahr 2015 die Fusion von mehreren französischen Regionen beschlossen. Ab 2016 wurde die Zahl der Regionen von 22 auf 13 Regionen reduziert. Die ehemalige Region Elsass bildet seitdem gemeinsam mit den ehemaligen Regionen Lothringen und Champagne- Ardennes die neue Region Grand Est mit Sitz in Straßburg. Im Elsass, wie auch in anderen Landesteilen, begleiteten Proteste gegen die Fusionsbestrebungen den gesamten Umsetzungsprozess. Besonders kritisiert wurden die Auswirkungen auf die regionale Identität, die Besonderheiten des Elsass und dessen grenzüberschreitende Orientierung hin zum Rhein. Darüber hinaus stellte sich auch die Frage des möglichen Verlusts des Status Straßburgs als regionale Hauptstadt, sowie der „Marke Elsass“ für den Tourismusbereich.

Das Collectivité européenne d’Alsace befragte die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft ihrer Region. Die Bürgerschaft soll darüber entscheiden, ob das Land am Rheinufer die französische Region Grand Est verlassen soll. Ziel, das Elsass soll wieder zu einer vollwertigen Region werden.

Der Präsident der „Europäischen Gebietskörperschaft Elsass“, Frédéric Bierry, will mit diesem Thema die KandidatInnen des Präsidentschaftswahlkampfes befragen. Die eigenständige Region Elsass als Wahlkampf-Thema anzubringen, ist wohl auch ein Versuch, die autonomistisch gesinnten Elsässer zu mobilisieren.

Die „Europäische Gebietskörperschaft Elsass“ will mit der Wiederherstellung der Region Elsass die Verwaltung und die Entscheidungen näher an die Bürger bringen. Die im Elsass eingehobenen Steuern sollen im Elsass investiert werden, die Region soll das Leben der Elsässer vereinfachen. Diese Region entspricht der Geschichte, Geographie und Identität, wirbt die „Europäische Gebietskörperschaft Elsass“ für die Verwaltungsreform.

Die „Europäische Gebietskörperschaft Elsass“ spürt die Unterstützung von unten. Laut einer Umfrage spricht sich mehr als die Hälfte der Befragten für eine eigene elsässische Region aus, zwei Drittel fordern die „Unabhängigkeit“ ihrer alten Region Elsass von der Groß-Region.

Die Hälfte der Befragten wünscht sich von der regionalen Verwaltung eine Stärkung des Elsässischen. Die zweite Hälfte zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Lage. Sechs Prozent sind gegen die Förderung des Elsässischen.

 

Weitere Informationen

Die Partei „Unser Land“:

Was wollen „die“ Elsässer?

Zur Situation des Deutschunterrichts im Elsass

Zur Förderung der Zweisprachigkeit an den öffentlichen Schulen:

Förderverein Elsaß (foerderverein-elsass.de)

Zweisprachigkeit im Elsass – Forum Bilinguisme

Welche Sprachen werden in Elsass-Lothringen gesprochen?

Zur Situation des Deutschunterrichts im Elsass 

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen Sprache in Elsass-Lothringen