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Von Jan Diedrichsen

Das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen – das European Centre for Minority Issues, kurz ECMI, ist in dem historischen Kompagnietor in Flensburg untergebracht. Seit 1996 beheimatet die Förde-Stadt das Forschungs- und Informationszentrum über Minderheiten. Das ECMI wird gemeinsam vom Land Schleswig-Holstein, der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark finanziert. Im deutsch-dänischen Grenzland leben die deutsche und dänische Minderheit, Sinti und Roma sowie die friesische Volksgruppe.

Unter den Gästen zum 25-jährigen ECMI-Jubiläum begrüßen Vorsitzender Jørgen Kühl und Direktor Vello Petti unter anderem den Ministerpräsident des Landes, Daniel Günther (CDU).

Derzeit arbeiten 15 WissenschaftlerInnen in Flensburg und den ECMI-Aussenstellen in Kosovo und Georgien. Fünf Schwerpunkten bilden den Rahmen: Kultur und Diversität, Konflikt und Sicherheit, Recht und Governance, Politik und Zivilgesellschaft sowie Gleichberechtigung und Inklusion.

Das ECMI konzentriert sich auf praxisbezogene Forschung, stellt Informationen und Dokumentationen zur Verfügung und berät zum Thema Minderheitenfragen im europäischen Raum. Aktuell lässt sich das Land Schleswig-Holstein in Fragen der Sprachkompetenzen der Landesbediensteten in der öffentlichen Verwaltung beraten.

ECMI sticht den Spatenstich tiefer, den es bei einer ernsthaften Beschäftigung mit den Minderheiten- und Menschenrechtsfragen bedarf. Ein gutes Beispiel ist der aktuelle Blog auf der ECMI-Internetseite (auf englisch), geschrieben von Olha Sribniak:

„Im Juli 2021 verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz über indigene Völker. Es schafft einen Rahmen für den Schutz der Rechte der indigenen Völker der Halbinsel Krim, d. h. der Krimtataren, Karaiten und Krimtschaken, und schließt die Mariupol-Griechen als Minderheit aus, die potenziell für den Status der vierten indigenen Gruppe mit Wohnsitz außerhalb der Krim in Frage kommt. In welchem allgemeinen Kontext wurde das Gesetz verabschiedet? Welche Rechte sieht das Gesetz vor? Und was könnte das Gesetz den anerkannten indigenen Völkern möglicherweise bringen?

Dem ECMI werden die Themen und Aufgaben auch in den nächsten 25 Jahren kaum ausgehen. Das deutsch-dänische Grenzland kann stolz auf eine solche Einrichtung sein.