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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von re n li: Dezernentin Uta Andrée, Bischof Gothart Magaard, Bischof Elof Westergaard, Bischöfin Marianne Christiansen, Pastor Matthias Alpen, Lügumkloster, Jan Diedrichsen, Deutsche Minderheit in Dänemark u. Leiter der Vertretung des Schleswig-Holsteinischen Landtages bei der Europäischen Union.© privat

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen ist eine Gemeinschaft von rund 350 christlichen Kirchen, die weltweit mehr als 580 Millionen Menschen vertreten. Über 4000 Christinnen und Christen verschiedener Strömungen aus aller Welt haben sich in den vergangenen Tagen zur Vollversammlung in Karlsruhe getroffen.

Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster indigener Gemeinschaften, Minderheiten und Nationalitäten waren ebenfalls nach Deutschland gereist. In verschiedenen Foren, Workshops und Tagungen wurde die prekäre Lage vieler indigener Völker, Nationalitäten und Minderheiten weltweit thematisiert.

Es wurden auch Beispiele gelungener Versöhnung und Einbindung von Minderheiten vorgestellt. Die Minderheiten im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark gelten als ein solches Erfolgsmodell. Von Krieg, Hass und Misstrauen entwickelte sich über die letzten 100 Jahre Vertrauen, Zusammenarbeit und Freundschaft. Die Kirchen beider Seiten der Grenze haben dabei eine wesentliche Rolle im schwierigen Versöhnungsprozess gespielt. Bischöfin Marianne Christiansen (Bistum Haderslev/Hadersleben und dänische Minderheitenkirche in Südschleswig), Bischof Elof Westergaard (Bistum Ribe/Ripen), beide von der dänischen Volkskirche / Dansk Folkekirke, sowie Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein und deutsche Minderheitenkirche in Nordschleswig der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland – Nordkirche) waren angereist und diskutierten im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Karlsruhe über die gemeinsamen Erfahrungen in der deutsch-dänischen Grenzregion.

Bericht der Nordkirche

„Die deutsch-dänische Grenze ist heute ein Symbol des friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders in der Region geworden. Zugleich sind die nationalen Zugehörigkeiten als Teil der Beheimatung wichtig. Wir brauchen die Erfahrung, dass Grenzen uns mehr verbinden als uns trennen. Wenn wir heute in guter Nachbarschaft leben wollen, dann benötigen wir Sensibilität und Interesse an den verschiedenen Perspektiven und Freude an Vielfalt und Zweisprachigkeit”, so Bischof Magaard.

Zwischen den Diskussionsrunden der Bischöfe berichtete Jan Diedrichsen, ehemaliger Bundesvorsitzender der GfbV und Angehöriger der deutschen Minderheit in Dänemark über die tiefen historischen Wunden zwischen Deutschen und Dänen im Grenzland und wie diese überwunden werden konnten. Von Krieg und Hass zur Versöhnung und einem unkomplizierten Miteinander, ohne die eigene Identität verleugnen zu müssen.

Im Anschluss an die Diskussionsrunde und Beiträge wurde verschiedene Perspektiven unterschiedlichster Minderheitensituationen weltweit thematisiert. Berichte aus Ruanda, Nigeria und Myanmar machten deutlich, wie dringend notwendig die Solidarität der politisch gut etablierten Minderheiten in Europa mit den vielfältig bedrohten und verfolgten Gruppen weltweit ist. Wie es eine Teilnehmerin aus Myanmar erklärte: „Wir müssen Fürsprecher haben, die sich laut und politische gut vernetzt immer wieder für uns einsetzen. Alleine haben wir keine Chance.“

Das erfolgreiche Miteinander im deutsch-dänischen Grenzland und die im weltweiten Vergleich privilegierte Stellung der Minderheiten der Region verpflichten zur Solidarität und aktiven Unterstützung der bedrohten Gemeinschaften weltweit.