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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Jan Diedrichsen

Der oppositionelle Senator Henry Kemende wurde heute Nacht im Westen Kameruns, wo anglophone Separatisten einen blutigen Aufstand gegen den Staat führen, erschossen. Es wird vermutet, dass ambazonische Rebellen hinter dem Mord stehen könnten. Bislang hat sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt. Die Europäische Union hatte erst kürzlich zu sofortigen Friedensverhandlungen aufgefordert.

 

VOICES berichtet

Europäisches Parlament fordert umgehende Friedensverhandlungen in Kamerun – Zivilbevölkerung leidet unter anhaltenden Kämpfen

HINTERGRUND von Thomas Benedikter: Ambazonien-Krise. Autonomie für den anglophonen Nordwesten Kameruns?

 

Der Politiker Henry Kemende, dessen Leiche am Mittwoch gefunden wurde, war Anwalt und Abgeordneter der „Sozialdemokratischen Front“ (SDF), einer der führenden Oppositionsparteien in Kamerun. Der Mord ereignete sich in Bamenda, einer Großstadt im Nordwesten des Landes, wo es wie im Südwesten des Landes zu einer Welle aufständischer Gewalt durch Angehörige der anglophonen Minderheit gegen die überwiegend französischsprachigen Sicherheitskräfte kommt.

„Wir haben seine Leiche geborgen, seine Brust war von Kugeln durchlöchert“, bestätigte Joshua Osih, Vizepräsident der SDF, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Wir gehen davon aus, dass es sich um die ‚Ambazonier‘ handelt“, meinte Osih und bezog sich damit auf die bewaffneten anglophonen Rebellengruppen. Osih sagte, separatistische Elemente seien gegen die SDF, weil sie eine überwiegend englischsprachige Partei sei, die sich gegen die Teilung Kameruns ausspricht.

Kamerun ist seit Oktober 2017 von Gewalt zerrissen, als Militante einen unabhängigen Staat im Nordwesten und Südwesten ausriefen, wo der Großteil der anglophonen Minderheit in dem mehrheitlich französischsprachigen Land lebt. Sowohl den Separatisten als auch den Regierungstruppen werden Gräueltaten während der Kämpfe vorgeworfen, bei denen mehr als 3.000 Menschen getötet wurden und über 700.000 Menschen zur Flucht gezwungen wurden.