Rojava in Euskadi: Eine Delegation kurdischer Politikerinnen aus Nord-Syrien besucht derzeit das autonome Baskenland

Von Wolfgang Mayr

Auf Einladung des baskischen Parlaments hält sich eine dreiköpfige Frauendelegation in der autonomen baskischen Gemeinschaft auf. Die drei Politikerinnen wurden auch von der Stadt Durango empfangen. Die Stadtverwaltung sicherte den Frauen aus Nordostsyrien ihre Solidarität und Unterstützung zu. Die Stadt Durango ist 2017 mit Kobanê eine Städtepartnerschaft eingegangen. Beide Städte waren im Krieg zerstört worden.

Rawda Hasan vom Kulturkomitee der Region Cizîrê, Manal Mohammad vom Frauenverband Kongreya Star und Narîman Evdike vom Literaturkomitee Rojava berichteten über den Fortgang der gemeinsamen Projekte. Davon sind gibt es einige.

Bürgermeisterin Ima Garrastatxu verwies auf den Aufbau der Frauenakademie in Kobanê durch ihre Gemeinde (auch das autonome Land Südtirol trug dazu bei – IDAP_508535.pdf (landtag-bz.org)). „Es war unser Ziel, die Blockade zu überwinden“, sagte die Bürgermeisterin.

Garrastatxu bezeichnete die Solidarität mit dem 5.000 Kilometer entfernten Rojava als herzlich und stark. Bürgermeisterin Garrastatxu betonte, dass es ein einigendes Band zwischen Durango und Kobanê gibt. Durango ist im spanischen Bürgerkrieg, angetrieben vom Faschisten Franco, bombardiert wurden. „Die Wunden sind noch nicht verheilt, weil es keine Gerechtigkeit gegeben hat,“ kritisierte die Bürgermeisterin die unterlassene Wiedergutmachung durch die spanische Demokratie.

Rawda Hasan nannte Durango als ein ermutigendes Vorbild. Die Stadt ist nach den Bombenangriffen im Bürgerkrieg wieder vollständig aufgebaut worden, das gibt viel Kraft. Sie erinnerte daran, dass in Kobanê drei Viertel der Gebäude von IS-Terroristen 2014 zerstört worden. Hasan bedankte sich bei den den Gemeinden Otxandio, Gernika und Durango für die Anerkennung der Autonomieverwaltung. Außenpolitik von unten.

Die Bürgermeisterin versicherte der Frauen-Delegation ihre politische Unterstützung. Die autonome baskische Region wird sich für die institutionelle Anerkennung der nordostsyrische Autonomieverwaltung einsetzen. „Wir vom Stadtrat von Durango möchten den kurdischen Institutionen institutionelle Anerkennung zollen, insbesondere der Autonomieverwaltung, und wir werden Ihnen auch weiterhin unsere Hilfe anbieten“, betonte die Bürgermeisterin und fügte hinzu: „Wir möchten nicht nur den hohen Preis erwähnen, den Sie gezahlt haben, denn neben Ihrem Widerstand und Ihrem Mut möchten wir betonen, dass das kurdische Volk in der Lage war, Brücken zu anderen Völkern Syriens, zu Christen, Arabern, Jesiden usw. zu bauen. Und vor allem, dass es Ihnen gelungen ist, eine autonome Verwaltung zu schaffen, die Frauen und Minderheiten unterstützt.“

Es waren die kurdischen Milizen in Nord-Syrien, die mit Unterstützung der USA und Russlands, die Terrororganisation Islamischer Staat militärisch besiegten. Mehr als 12.000 Angehörige – KurdInnen, AraberInnen und EuropäerInnen – der Rojava-Armee kamen dabei ums Leben. Ein hoher Blutzoll, der von der EU kaum zur Kenntnis genommen wurde.

Die Frauendelegation sollte auf Einladung der GfbV-Südtirol auch Bozen besuchen. Geplant waren Gespräche mit der Denkfabrik der Landesregierung, mit der Europäischen Akademie und mit einer mehrsprachigen Weiterbildungsgenossenschaft. Frankreich untersagte ohne Begründung die Weiterreise der Delegation nach Ober-Italien. Unterbundene Solidarität eines Staates, der Wert legt auf seine Grundideale Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität.

Nordsyrien_Reisebericht_compressed.pdf (gfbv.de

ANF | Delegation des US-Außenministeriums besucht Nordostsyrien (anfdeutsch.com)

Türkei vor neuer Offensive gegen Kurden in Syrien (mena-watch.com)

ANF | MSD fordert Schließung des Luftraums in Nordsyrien (anfdeutsch.com)

ANF | Mobilisierung für Tag X: Kein Krieg in Nordsyrien (anfdeutsch.com)

Syrien: Trügerische Hoffnung – Hat das autonome Rojava/Nordsyrien eine Perspektive? von Wolfgang Mayr, 2.5.2017 (gfbv.it)

Zwei Jahre Krieg gegen Kurden in Afrin/Nordsyrien (20.01.) (gfbv.de)

 

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