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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Soldaten haben bei einer Auseinandersetzung vier Angehörige der Yanomami getötet. Das linke Militär von Venezuela handelt genauso indigenenfeindlich wie ihre Nachbarn in Kolumbien und in Brasilien.

Anlass für den Streit zwischen den Soldaten und den Yanomami soll laut der Solidaritäts-Plattform amerika21 die Nutzung des Internets gewesen sein. Die Yanomami-Gemeinde sollBerichten zufolge ihren Internetrouter an den Armee-Posten übergeben haben, der die Antennen zur Verfügung stellt. Die Militärs änderten Zugangsdaten, ohne diese an die Yanomami weiterzugeben.

Der Streit darüber eskalierte, die Yanomami sollen zu ihren Pfeilen gegriffen haben, die Soldaten zu ihren Schnellfeuerwaffen. Vier Yanomami starben, weitere wurden verletzt.

Die Ministerin für indigene Völker, Clara Vidal, verlangte Aufklärung und die Feststellung der Verantwortlichkeiten. „Wir lehnen jede Gewaltsituation ab, welche die Menschenrechte verletzt“, schrieb Vidal in einer Mitteilung.

Die indigenen Organisationen kritisierten den Mord an den vier Yanomami. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, Soldaten hätten „einmal mehr ihre Uniformen mit dem Blut von vier Angehörigen der Yanomami befleckt“. Die Organisationen fordern die Verurteilung der beteiligten Soldaten, eine gründliche Untersuchung des „Vorfalls“ und weiterer ähnlicher Ereignisse. Die indigenen Organisationen wollen auch wissen, welche Rolle die Armee in den indigenen Gebieten Venezuelas spielt. Sie drängen außerdem auf die Einrichtung von ständigen Dialog- und Arbeitsgruppen zur Lösung der ethnischen Konflikte in den entsprechenden Territorien.

Die Yanomami wollen bis zur Klärung der Morde 20 beteiligte Soldaten festhalten.