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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Die deutschen Sympathisanten der indigenen Zapatisten aus Chiapas kritisieren die Kooperation der Deutschen Bahn mit dem mexikanischen Staat. Das überdimensionale Zugprojekt verletzt Menschenrechte und die Rechte indigener Völker, zerstört Regenwälder, militarisiert das Land zwischen Yucatan und Chiapas, vertreibt und kriminalisiert die betroffene Bevölkerung.

 

VOICES berichtet

Tren Maya: Mexiko hält an der Kolonialisierung fest

30.10 – Gegen Ökozid und Vertreibung Aktionstag zum „Maya-Zug” der Deutschen Bahn

 

„Für all das steht der zynisch benannte Tren „Maya“. Und die Deutsche Bahn verdient daran, ebenso wie die spanischen Unternehmen Renfe und Ineco,“ schreibt das zapatistische Ya-Basta-Netzwerk. 

Die deutschen Unterstützer der EZLN zitieren weitere kritische Aussagen: „…UN-Sonderberichterstatterinnen* äußerten … eine Reihe von Bedenken über das Projekt Tren Maya, unter anderem im Hinblick auf die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen auf ihr Land und ihre Gesundheit sowie mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt.“ „… Studien kommen zu dem Schluss, dass der Maya-Zug zur Degradierung, Abholzung und Fragmentierung von dreiundzwanzig Naturschutzgebieten führen wird, darunter… [UNESCO]Welterbestätten …“  „Darüber hinaus werden die (Volks-) Abstimmungen oft in Kontexten von Bedrohungen, Kriminalisierung und Schikanen durchgeführt, was ihren freien Charakter untergräbt.“

Mit einer Petition soll der Ausstieg der DB aus dem Projekt „erzwungen“ werden – hier können Sie unterschreiben.

Ab 2023 soll durch die Regenwälder der “Maya-Zug” rollen — ein umstrittenes Massentourismusprojekt mit weitreichenden Folgen für Mexikos Umwelt und indigene Bevölkerung. Schon jetzt gefährdet das Projekt die Grundwasserversorgung der Region und die Lebensräume bedrohter Tierarten. Die indigenen Gruppen vor Ort konnten vor Gericht einen Baustopp erwirken — doch die Regierung und internationale Konzerne wie die Deutsche Bahn halten am Projekt fest. Die Deutsche Bahn spricht ungern über das Projekt, denn es passt so gar nicht zum grünen Image des Unternehmens. Ein öffentlicher internationaler Aufschrei könnte das zerstörerische Tourismusprojekt stoppen, hoffen die Projektgegner Ende 2018 begannen die Arbeiten an der Zugstrecke. 23 Naturschutzgebiete würden durch den Bau zerstört, darunter auch UNESCO Welterbestätten, in denen viele bedrohte Tierarten wie Pumas, Jaguare und Iguanas lebten. Allein im ersten Bauabschnitt sollen elf Millionen Bäume gefällt werden.  Lokale, indigene Gemeinschaften kämpfen gemeinsam mit Aktivist*innen gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes. Per Gesetz steht ihnen eine Beteiligung an den Planungs- und Entscheidungsprozessen zu — doch die Regierung versucht, diese mit Tricks zu umgehen. Vorerst konnten sie den Bau per Gericht unterbrechen — doch für einen dauerhaften Stopp müssen die die beteiligten Unternehmen dazu gebracht, aus dem Projekt auszusteigen.

„Gemeinsam haben wir schon erfolgreich für den Schutz von Regenwäldern gekämpft — SumOfUs-Mitglieder haben mit ihren Spenden Regenwaldflächen gekauft und den Tupinamba in Brasilien dabei geholfen, ihr Land gegen die Holzindustrie zu verteidigen. Heute können wir die Bewohner*innen der mexikanischen Urwälder unterstützen — helfen Sie dabei den Maya-Zug zu stoppen?“, wirbt das Ya-Basta-Netzwerk um Unterschriften.

Weiter Informationen

In einem ausführlichen Dossier dokumentierte Ya-Basta das umstrittene Bahnprojekt der mexikanischen Regierung und Armee.

Zum weiteren Nachhören und Nachlesen: Mexikos umstrittener Maya-Zug und „Ein gefährlicher Zug