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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Die vierköpfige Gruppe ist seit dem 31. August in Europa. Bis zum 25. September suchen die Kogi in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und in Schweden das Gespräch mit MenschenrechtlerInnen und UmweltschützerInnen.

Morgen treffen die Kogi in Freiburg ein. Sie werden im dortigen Tibet-Haus ihre Welt in der Sierra Nevada de Santa Maria in Kolumbien vorstellen.

Seit 4000 Jahren bewahren die Kogi, schreiben die Organisatoren der Reise, trotz Kolonialismus und Industrialisierung ihr Wissen zum ökologischen, sozialen und spirituellen Gleichgewicht. „Dies macht sie zu herausragenden Experten für lebensförderliche Gesellschaftsgestaltung sowie der Regeneration von Ökosystemen,“ würdigt Lucas Buchholzvom Verein Lebendige Zukunft die sanfte widerständige Kraft der Kogi.

Diese vier Kogi-Ältesten wollen mit engagierten Europäern ihren Wissensschatz teilen, beschreibt Buchholz das Ziel der Reise: „Sie wollen mit uns zusammenarbeiten, um gemeinsam das Leben auf unserer Erde in seiner Vielfalt zu bewahren. Um kraftvoll in ihrem Selbstverständnis als Hüter der Erde wirken zu können, ist es für die Kogi essentiell im Zuge der Kolonialisierung verlorene Territorien und heilige Orte zurückzuerhalten“.

Lebendige Zukunft e.V. will mit dieser Begegnungs-Reise eine Akademie für Lebendigkeit aufbauen. Eine Akademie, die ursprüngliches Wissen mit der modernen Wissenschaft zu verbinden versucht. Im Wissen der Kogi steckt die Kraft, ist Buchholz überzeugt, neue Perspektiven für die Bewältigung der vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen auszumachen. Bildung, Erziehung, Konfliktlösung und Entscheidungsfindung, soziale Organisation, regenerative Landschaft und Biodiversität, Gesundheit und Medizin.

Die Veranstalter bieten spannende Diskussionsrunden an. So wird eine Expertengruppe mit den Kogi über die absehbaren und einschneidenden Veränderungen in den Wälderndiskutieren, wie diese als Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere erhalten werden können. Eine der Fragen dabei: Ist eine neue Waldpflege und -nutzung notwendig, um die Wälder zu schützen und wie kann das natürliche Gleichgewicht wieder gefunden werden? Ob die Kogi diese Fragen beantworten können?

Lebendige Zukunft e.V bittet um Spenden. Mit dem Erlös aus der Reise sollen die Kogi bei ihrem Landrückkauf unterstützt und eine Akademie für Lebendigkeit aufgebaut werden. Ziel der geplanten Akademie ist die Förderung von indigenem und ursprünglichen Wissen sowie dessen Anwendung in der modernen Welt.

Lebendige Zukunft will mit dieser Reise eine neue Verbindung zu den Kogi aufbauen. Eine gleichberechtigte, eine auf Augenhöhe. Eine deutliche Absage an den Kolonialismus. Immerhin lagert im Berliner Ethnologischen Museum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz koloniale Raubkunst. Darunter befinden sich auch zwei Gesichtsmasken der Kogi.