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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Die kanadische Bischofskonferenz hat Papst Franziskus nach Kanada eingeladen. Die apostolische Reise soll der Aussöhnung zwischen der katholischen Kirche und indigenen Völkern dienen. Die kanadischen Bischöfe finden, ihre Kirche befindet sich lange schon in einem Prozess der Versöhnung.

Angehörige der Ureinwohner sehen das anders, besonders die Nachfahren von Schülerinnen und Schülern der katholischen Residential Schools. In den letzten Monaten schockten Enthüllungen über den tausendfachen Missbrauch und Tod von indigenen Kindern, verursacht von katholischen Pfarrern und Ordensleuten.

Der Papst will sich im Dezember im Vatikan mit Überlebenden der berüchtigten kanadischen Internatsschulen treffen. Vom 17. bis 20. Dezember empfängt Franziskus Delegierte der First Nations, Metis und Inuits. Dieses Treffen dient der Vorbereitung der kanadischen Pilgerreise des Papstes, sagte Torontos Kardinal Thomas Collins. Der Papst will zuhören, jenen, „die gelitten haben“, erklärte der Kardinal.

Collins sagte, die katholische Kirche und ihre Bischöfe hätten sich Anfang des Jahres entschuldigt. Der katholischen Kirche ist bewusst geworden, dass die kanadischen Ureinwohner noch immer am  historischen und anhaltenden Trauma leiden, das Erbe des Leidens drückt auf Gegenwart und Zukunft. Der Kardinal hofft, dass der Besuch des Papstes Wunden heilt und Verständnis sowie Versöhnung ermöglichen wird.

Cadmus Delorme von den Cowessess begrüßte den Papstbesuch als einen Schritt in Richtung Versöhnung. Aber, sagte Delmore, notwendig und Voraussetzung ist, dass der Papst mit einer Entschuldigung der katholischen Kirche anreist. Nur dann kann der drückende Schmerz gelindert werden, an dem noch viele Überlebende leiden. „Eine Entschuldigung ist der Anfang“, richtet Delorme seine Bitte an den Papst.

Auch Rose Anne Archibald von der Organisation Assembly of the First Nations wiederholte die Forderung nach einer „längst überfälligen“ Entschuldigung. Archibald kündigte Strafanzeigen an, um  Wiedermachungszahlungen für die Opfer zu erreichen.

Bisher unentdeckte Massengräber schrecken auf

Anfang dieses Jahres wurden Hunderte von unmarkierten Gräbern an zwei Internatsschulen für indigene Kinder entdeckt: 600 Gräber in einer Schule, 215 Leichen in einer anderen. Es werden noch weitere solcher Massengräber vermutet. Anlass für Premierminister Justin Trudeau, den Papst zu einer formellen Entschuldigung aufzufordern.

Vom 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre wurden mehr als 150.000 indigene Kinder zum „Besuch“ staatlich finanzierter christlicher Internate gezwungen. Diese Schulen dienten der Assimilierung der Reste der dezimierten Urbevölkerung. Tausende von Kindern starben an diesen Schulen unter der Obhut von katholischen Ordensleuten an Krankheiten und Gewalt.

Drei Viertel der 130 Internatsschulen wurden von römisch-katholischen Missionsgemeinden betrieben. Andere wurden von Presbyterianern, Anglikanern und der United Church of Canada betrieben.

Die kanadische Regierung entschuldigte sich 2008 formell für die Politik der Zwangsassimilation und der vielfachen Missbrauchs-Fälle. Dieser Entschuldigung schlossen sich auch die presbyterianischen, anglikanischen und Vereinigten Kirchen an.

Mark Miller, Minister für indigene Beziehungen, erwartet deshalb vom Papst „volle Anerkennung des Schadens, der den indigenen Völkern zugefügt wurde“. Auch Miller wünscht sich entschuldigenden Worte des Papstes.

Der Vorsitzende der kanadischen Bischofskonferenz, Raymond Poisson, äußerte die Hoffnung, dass der Besuch des Papstes im Dezember „ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu Versöhnung und Heilung sein wird“.

Quelle: Indian Country Today

The Residential School System (ubc.ca)

Residential Schools – YouTube

Indigenous activists shine a light on the history of residential schools – Bing video

‚A genocide of our people‘: AFN chief on residential schools – Bing video

Indian Residential Schools | Assembly of First Nations (afn.ca)