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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Das Netzwerk An Dream Dearg, die rote Gruppe, hatte Mitte Mai zur Kundgebung aufgerufen. 17.000 Demonstrierende folgten dem Aufruf. Auch die irisch-gälische Sprachgesellschaft Conradh na Gaeilge trug die Protestveranstaltung mit.

Die Organisatoren forderten das Regionalparlament in Belfast auf, endlich Maßnahmen zugunsten der Irischsprachigen, der gälischsprechenden Nord-Iren, zu erlassen. Sie verwiesen auf Schottland und Wales und den dort geltenden Sprachgesetzen zur Förderung ihrer gälischen Sprachen.

Die Veranstalter werfen den nordirischen Behörden Untätigkeit vor, weder in der Verwaltung und in Gerichten noch in der Schule gibt es Sprachenrechte für die Gälischsprechenden. Die Nicht-Anerkennung der gälischen Sprache degradiert Irischsprachige zu „Bürgern zweiter Klasse“.

Auf Vorschlag der irisch-republikanischen Parteien genehmigte das Regionalparlament ein Gesetz zur rechtlichen Gleichstellung der gälischen mit der englischen Sprache. Die britisch-unionistischen Parteien blockierten bisher erfolgreich die Umsetzung des Gesetzes.

Die gälischen Sprachorganisationen hoffen jetzt auf Druck aus London. Vor zwei Jahren unterzeichneten die britische und die irische Regierung das Abkommen New Decade, New Approach über Maßnahmen zugunsten sprachlicher Rechte von Irischsprachigen. Wegen des britisch-unionistischen Widerstandes in Belfast verpflichtete sich die britische Regierung, das Abkommen umzusetzen. Die Regierung von Boris Johnson schrieb den New Approach in dem Identity and Language Act für Nordirland fest.

Dieses Gesetz soll zu einem „sorgfältig ausgewogenen Maßnahmenpaket für Identität und Sprache“ werden, das von einem zu schaffenden Amt für Identität und Kultur umzusetzen ist. Ziel ist die Förderung der nationalen und kulturellen Identität der Irischsprachigen. The Irisch News vermutet, dass das Sprachengesetz in den nächsten Tagen von der britischen Regierung verabschiedet wird.

Die starre gälischfeindliche Haltung der pro-britischen Parteien in Nordirland kritisierte auch der Expertenausschuss der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen des Europarates (das Vereinigte Königreich ratifizierte die Charta 2001 und erkennt sieben Sprachen an: Irisch, Schottisch-Gälisch, Walisisch, Kornisch, Schottisch, Ulster Scots und Manx). Schon vor einembemängelte der Ausschuss das Fehlen eines entsprechenden Gesetzes sowie einer umfassenden Strategie zur Förderung der irisch-gälischen Sprache. Offensichtlich reicht dem Ausschuss weder der New Approach noch der Language Act.

Der Ausschuss drängt die nordirischen Verantwortlichen zur Verabschiedung eines eigenen Sprachengesetzes. Vorbereitend dazu sollten die zuständigen Behörden in Belfast unverzüglich eine „ausreichende Anzahl von LehrerInnen“ in der irisch-gälischen Sprache ausbilden, weil „dringender Bedarf“ herrscht.

Der Verfall der gälischen Sprache Irlands begann mit der rabiaten englischen Kolonialisierung der Insel. Im 17., 19. und im 20. Jahrhundert schmolz das gälische Sprachgebiet auf einige wenige Flecken zusammen. Die unabhängige irische Republik förderte ab 1921 den Spracherhalt in der Gaeltacht, in der gälischen Sprachregion im abgelegenen Westen.

Die mit dem irischen Republikanismus eng verbundene nordirische Sprachbewegung will die gälische Sprache im gesamten Nord-Irland – insbesondere in den Städten – erhalten und fördern. Die linksnationalistische Sinn Fein verwendet offensiv die gälische Sprache in ihrer Kommunikation.

Laut den Volkszählungsdaten von 2011 kennen sechs Prozent der Bevölkerung das Irische, also 100.000 Personen. Doch nur ein Bruchteil von ihnen, nur 0,2 Prozent, verwenden das Irische als Umgangs-, Alltags- und Hauptsprache.

Quelle: Marea roja històrica a Belfast pels drets dels parlants d’irlandès – Nationalia