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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Von Wolfgang Mayr

Bildung in eigener Hand, mit eigenen Lehrplänen, in den eigenen Muttersprachen, aber auf interkultureller Grundlage. Also keine Abschottung, keine Separation, somit keine Trennung zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. So könnte man die Universidad Intercultural de las Nacionalidades y Pueblos Indigenas Amawtay Wasi kurz beschreiben.

Seit 2004 verfügen die Angehörigen der verschiedenen indigenen Völker Ecuadors über diese eigene Universität in der Hauptstadt Quito. Bei den Vorarbeiten zur Gründung der Universität mit dabei war der Südtiroler Gewerkschafter und Grüne Arno Teutsch. Er knüpfte Verbindungen zwischen der Universidad Indigena  und der bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen. Teutsch schwebte eine wissenschaftliche Partnerschaft zwischen beiden Universitäten vor. Die Südtiroler Landesregierung unterstützte als Mitglied des Klimabündnisses die indigene Universität UINPI.

Gründungs-Rektor der UINPI war Luis Macas, der erste Indigena mit UNI-Abschluss. Jurist Macas  legte Wert auf die Miteinbeziehung des indigenen Wissens in die Lehrpläne der Uni, bei gleichzeitiger interkultureller Vernetzung. Ein Teil der Ausbildung zielt auf die Förderung und Aufwertung der indigenen Sprachen ab, auf die amtlich anerkannte Zwei- bzw Mehrsprachigkeit in Ecuador. Zweites Standbein sind landwirtschaftliche und technische Studiengänge.

Getragen wir die Universität vom Verband Conaie und dem Instituto Cientifico de Cultura Indigenas. Der Universität steht heute Luis Fernando Sarango vor. Gründer-Rektor Macas war 2003 auch kurzfristig Landwirtschaftsminister in einer Putschisten-Regierung.

Arno Teutsch, heute aktiv in der Initiative Ernährungssouveränität, schwärmt über seine Ecuador-Zeit als Gewerkschafter: „Die Arbeit an und mit der UINPI war eines der tiefsten Erlebnisse; das Bildungsziel, nicht nur Fachleute heranzubilden, sondern diese gleichzeitig auch auf einem Weg zur Weisheit zu begleiten, scheint mir nach wie vor sehr aktuell. ´Was bringt es – so Macas – `wenn wir Juristen, Mediziner, Wirtschaftsexperten …. heranbilden, diese aber dann keinen Bezug mehr haben, zur indigenen Kosmovision, zur ihrer Gemeinschaft?´ Diese Aussage von Gründungsrektor Macas treibt Arno Teutsch noch immer um.

„Wesentlich war und ist mir im Konzept der Uni eine `ganzheitliche´ Vorstellung von `Vernunft´; d.h. es gibt nicht nur eine Vernunft, sondern viele; daher auch eine ´Rationalität des Herzens´“, schreibt Arno Teutsch. Die Universität entwickelte in diesem Sinne auch die Prinzipien des „Buen vivir“, die u.a. von der UINPI ins Parlament und in die ecuadorianische Verfassung eingebracht worden sind.

Die Universidad Indigena ist staatlich anerkannt, arbeitet dezentral mit sieben Fakultäten an neun Standorten mit 87 Dozenten: Recht, Schulmedizin und traditionelle Medizin, Pädagogik und Philosophie, Wirtschaft und alternative Entwicklung, Bauwesen und Raumordnung, Wissenschaft der Geschichte und Kultur und Agroökologie. Als Ziel gilt immer noch die Ausdehnung auf weitere andine Länder wie Peru, Bolivien und Chile.

UINPI braucht Geld, sucht nach Unterstützung außerhalb Ecuadors. Gesucht werden wissenschaftliche Begleitung und Förderer für die Finanzierung der Universität.

Das Schulzentrum der Universidad Indigena in Tenta-Kanton Saraguru ist inzwischen zur Modellschule geworden und zum Vorbild für das ganze Land. Die dort ausgebildeten Lehrerfinden in den sich immer mehr entwickelnden indigenen Schulen staatlich bezahlte Arbeit und werden als „Schulreformer“ aktiv. Die Universität ist also für die Entwicklung der indigenen Bevölkerung, ihre soziale Integration und Erhaltung ihrer kulturellen Wurzeln von großer Bedeutung.

Arno Teutsch versuchte die Prinzipien des „Buen vivir“ filmisch einzufangen.

https://pdfslide.net/reader/f/amawtay-wasi-uinpi

abc-Gesellschaft e.V. | Rundschreiben 92

(PDF) Universidad Intercultural de Ecuador: Diálogo de las Organizaciones Indígenas con el Conocimiento Globalizador | Genner Llanes-Ortiz – Academia.edu

Inicio – Universidad Autónoma Indígena Intercultural (uaiinpebi-cric.edu.co)

Universidad Indígena Internacional (UII) (universidadindigena.com)

(4) Universidad Indigena | Facebook