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„Jesiden in der Sindschar-Region auf der Flucht: Machtpolitik auf dem Rücken der Bevölkerung“

VOICES-Kolumne im "Der Nordschleswiger": Aktuell spielt sich – weitestgehend von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet – ein Drama ab, das schlimmste Erinnerungen an das Jahr 2014 weckt. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind zum Spielball internationaler sowie regionaler Interessen geworden und fürchten um ihr Leben, schreibt Jan Diedrichsen in seiner Kolumne.

Krimtatare inhaftiert, weil er die Wahrheit über den Krieg berichtet

Viele Krimtataren haben bereits nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Jahr 2014 und die Besatzung der Krim ihre Heimat verlassen. Die GfbV hat in der Zeit der beginnenden russischen Aggression intensiv das Schicksal der Krimtataren begleitet. Heute sind die Krimtataren beinah gänzlich aus dem Fokus verschwunden Der Druck auf die verbliebenden politischen Akteure bleibt jedoch enorm.

Der chilenische Verfassungskonvent beschließt erste Artikel

Der chilenische Verfassungskonvent hat nach sechsmonatiger Arbeit die ersten Artikel für die neue Verfassung beschlossen. Kaum vorgelegt, sorgen die Entwürfe für Aufregung, ist doch von Justizsystemen die Rede. Die Mapuche beispielsweise drängen auf ihre autonome Gerichtsbarkeit. Der Konvent scheint das selbstgesetzte Ziel anzustreben, die Plurinationalität und damit die Anerkennung der Ureinwohner.

Par Varios autores — Travail personnel, CC BY-SA 3.0

Von Jan Diedrichsen

Guatemalas Oberster Gerichtshof hat fünf ehemalige Paramilitärs zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie während des Bürgerkriegs in den 1980er Jahren Dutzende von indigenen Maya-Frauen vergewaltigt haben. Die angeklagten Männer gehörten den berüchtigten so genannten „Zivilen Selbstverteidigungspatrouillen“ an, bewaffneten Milizen, die für ihre Gräueltaten im Auftrage der Machthaber gefürchtet waren.

 

VOICES berichtet

Vergewaltigungsprozess gegen Soldaten in Guatemala 40 Jahre nach dem Verbrechen – Indigene Bevölkerung leidet an den Folgen des brutalen Bürgerkriegs

 

In dem dreiwöchigen Prozess vor dem Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Guatemala-Stadt sagten Überlebende und Angehörige der Opfer aus der indigenen Gruppe der Achi aus. Richter Gervi Sical erklärte, die Urteile seien wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhängt worden. Die Angeklagten hätten alle Männer des Dorfes „verschwinden lassen“ und dann die Frauen vergewaltigt, gefesselt und bedroht, wurde er von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Nach der Vergewaltigung habe man auf sie uriniert.

Vor dem Gerichtsgebäude sagte Frau Vale, dass sie schwanger war, als sie vergewaltigt wurde, und dass das Kind später gestorben sei. „Ich habe die Paramilitärs gebeten, mich zu verschonen, aber sie haben nicht auf mich gehört“, sagte sie. „Was mit unserem Leben und unserem Körper geschehen ist, ist nicht fair.

Maxima Garcia, eine weitere Überlebende, sagte: „Ich wurde vergewaltigt, als ich im siebten Monat schwanger war. Ich habe meinen Jungen verloren… Meine Mutter wurde vergewaltigt, als sie im achten Monat schwanger war, und sie haben sie getötet. Sie haben sie im Haus hängen lassen.“

Die fünf Männer hörten das Urteil per Videokonferenz aus dem Gefängnis, in dem sie inhaftiert sind.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte in Guatemala bezeichnete das Urteil als einen „bahnbrechenden Fortschritt beim Zugang zum Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für weibliche Opfer sexueller Gewalt während des Krieges“.