Marriott Hotel verweigert Uiguren Konferenz: Späte Entschuldigung – Dolkun Isa als Vorsitzender des Weltverbandes bestätigt

Von Jan Diedrichsen

Die Hotelketten Europas zeichnen sich nicht durch besonderes politisches Fingerspitzengefühl oder gar politischen Mut aus. Diesmal hat sich das Marriott Hotel in Prag blamiert: Es verweigerte dem Weltkongress der Uiguren (WUC) die Veranstaltung der Jahresversammlung mit dem Verweis auf “politische Neutralität“. China begeht bekanntlich derzeit einen Völkermord an den Uiguren. Nach Protesten rudert das Hotel zurück und entschuldigt sich.

 

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Der in Deutschland ansässige Weltkongress setzt sich für die Rechte der Uiguren ein und hat China für die systematische Misshandlung von Angehörigen der Minderheit in der westlichen Region Xinjiang immer wieder angeprangert. Die chinesische Regierung hält bis zu 1,8 Millionen Menschen in einem ausgedehnten Netz von „Umerziehungslagern“ und Haftanstalten gefangen.

Letztlich nahmen etwa 200 uigurische ExilantInnen aus 25 Ländern an dem Treffen in Prag teil, um die aktuelle Situation in China zu erörtern und eine neue Führung zu wählen. Im Zuge der Prager Konferenz verurteilte die chinesische Botschaft in der Tschechischen Republik die WUC als eine antichinesische Organisation, die religiösen Extremismus verbreite und zu terroristischen und separatistischen Aktivitäten aufrufe.

Sophie Richardson, China-Direktorin bei Human Rights Watch, nannte die Weigerung des Hotels, die Konferenz auszurichten, „verwerflich, feige und diskriminierend“.

„Das ist genau der Grund, warum Unternehmen eine Sorgfaltsprüfung der Menschenrechte durchführen müssen, und zwar nicht nur in Bezug auf ihre Lieferketten oder ihre Geschäftstätigkeit oder ihre Investitionen, sondern auch in Bezug auf ihre Entscheidungen darüber, wem und unter welchen Umständen sie Dienstleistungen anbieten oder vorenthalten“, sagte sie gegenüber RFA.

Der Uigurische Weltkongress führte dann seine 7. Generalversammlung doch noch in Prag durch. Die Versammlung begann mit einer eintägigen internationalen Konferenz zum Thema „Uigurische Rechte: The Road Towards Accountability“ (Der Weg zur Rechenschaftspflicht), an der Überlebende der chinesischen Lager, führende WissenschaftlerInnen und RechtsexpertInnen sowie DiplomatInnen, politische EntscheidungsträgerInnen und VertrerInnen von Menschenrechtsorganisationen teilnahmen. Der Bürgermeister von Prag Zdeněk Hřib lud zu einem Abendempfang.

204 Delegierte aus über 25 Ländern bestätigten den bisherige WUC-Präsident Dolkun Isa für eine weitere dreijährige Amtszeit,

 

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