„Liberate Leonard Peltier!“

Von Wolfgang Mayr

In einem Offenen Brief an Italiens Ministerpräsidenten Mario Draghi fordern Menschenrechtsgruppen die Freilassung von Leonard Peltier. Draghi soll dafür bei US-Präsident Biden intervenieren.

Ende Oktober findet in Rom der G 20-Gipfel statt. Gastgeber Draghi empfängt die potenten Staatslenker der wichtigsten Wirtschaftsnationen, darunter auch US-Präsident Joe Biden.

Diesen Anlass nutzen das Solidaritätskomitee für Leonard Peltier von Mailand, die Partisanenvereinigung von Nepi und das Friedenszentrum von Viterbo – Kleinstädte in der Nähe von Rom – für eine Solidaritätsaktion. Sie appellieren an Draghi, sich für die Freilassung des 77-jährigen Leonard Peltier einzusetzen.

Das Solidaritätskomitee ist seit Jahren schon für Peltier aktiv, gehört zum europäischen Soli-Netzwerk. Die Partisanenvereinigung ist der Verband der antifaschistischen Widerstandskämpfer gegen die faschistische Diktatur von Duce Mussolini. Das Friedenszentrum von Viterbo entstand in den 1970er Jahren als Teil der gewaltfreien Bewegung, unterstützte die Kampagne für Nelson Mandela und beschäftigte sich mit dem Antisemitismus.

Draghi soll dem Beispiel des Präsidenten des Europa-Parlaments Davide Sassoli folgen. Dieser wandte sich im Sommer mit einem Gnadengesuch an Biden. „Ich bitte die US-Behörden um die Begnadigung von Leonard Peltier vom American Indian Movement, der seit 45 Jahren unschuldig im Gefängnis einsitzt. Die Menschenrechte müssen immer und überall verteidigt werden.“

Hunderte Persönlichkeiten aus der italienischen Wissenschafts-, Menschenrechts- und Kulturszene hatten die Aktion angestoßen. Sie forderten italienische EuropaparlamentarierInnen und italienische BürgermeisterInnen auf, den Präsidenten des Europaparlaments für ein Gnadengesuch zu gewinnen. Sassoli vom sozialdemokratischen Partito Democratico kam der Bitte engagiert nach.

Im Schreiben an Ministerpräsident Draghi erinnern die drei Organisationen daran, dass das Europaparlament bereits 1994 und 1999 die Freilassung von Peltier anregte. Diesen Vorstoß unterstützten Amnesty International und Human Rights Watch sowie Nelson Mandela, Mutter Teresa, Shirin Ebadi, Rigoberta Menchu, Desmond Tutu und weitereFriedensnobelpreisträger.

Im Brief heißt es weiter: Sehr geehrter Herr Präsident des Ministerrats,
wie der Präsident des Europäischen Parlaments, Davide Sassoli, schrieb: ´Die Menschenrechte müssen immer und überall verteidigt werden.´ Die Freilassung von Leonard Peltier wäre Hoffnungssignal für die Menschheit. Wir vertrauen darauf, dass Sie sich überzeugen lassen und dass der US-Präsident auf Ihr Wort hören wird.“

Andrea De Lotto, für das Mailänder Leonard-Peltier-Solidaritätskomitee, tel. 3490931155, e-mail: bigoni.gastone@gmail.com

Antonella Litta, für die Sektion “Emilio Sugoni” der “Associazione
nazionale partigiani d’Italia”, Nepi,  antonella.litta@alice.it, nepi1.anpi@gmail.com

Peppe Sini, für das “Forschungszentrum für Frieden, Menschenrechte und die Verteidigung der Biosphäre”, Viterbo, centropacevt@gmail.com

Mailand – Nepi – Viterbo, 17. Oktober 2021

 

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