Lebenszeichen aus Österreich: SOS Roma

AktivistInnen der Roma in der Ukraine bitten um Hilfe.

Schon Mitte März organisierten Ehrenamtliche um Lebenszeichen, einst GfbV-Österreich, den Transport von Kleidung, Nahrungsmitteln und Hygiene-Artikeln nach Przemsyl an der polnisch-ukrainischen Grenze. Die Hilfe vor Ort organisierte das humanitäre Zentrum der Stadt. Die österreichischen AktivistInnen waren erstaunt darüber, wie schnell und effektiv Hilfe in die Ukraine gelangen kann.

Lebenszeichen konzentriert sich auf die Hilfe für die Roma-Flüchtlinge, die dem russischen Eroberungskrieg entkommen konnten. Obfrau Nadine Papai koordiniert in einem internationalen Verbund von Roma-VertreterInnen Hilfe und Betreuung.

Lebenszeichen organisiert Transport und Unterkünfte für ukrainische Roma-Flüchtlinge in Österreich, hilft bei behördlichen Anfragen (Papiere, Aufenthalt, Zugang zu öffentlichen Leistungen etc), organisiert ÜbersetzerInnen ins Romanes, vermittelt bei der Diskriminierung von Roma-Flüchtlingen in Unterkünften und berät Roma und Organisationen in kultursensiblen Fragen.

Lebenszeichen weist darauf hin, dass die Roma in der Ukraine zu den den ärmsten Menschen in Europa zählen. Viele lebten in Ghettos, ohne Zugang zu Bildung oder Arbeit. Ukrainische Rechtsradikale konnten lange straffrei Roma terrorisieren, auch ermorden. Ihre Ausgrenzung findet auch im Krieg statt, sie sind oft von Hilfsleistungen ausgeschlossen.

Diesen Ärmsten der Armen gilt die Solidarität von Lebenszeichen. In grenznahen Ortschaften – statt Sachspenden in Österreich zu besorgen – kaufen die MitarbeiterInnen günstig die benötigten Waren ein, das reicht von Lebensmitteln, über Hygieneartikel bis zum Besteck.

Trotz der Kritik an der ukrainischen Roma-Politik solidarisiert sich Lebenszeichen mit der von russischen Truppen überfallenen Ukraine: „Die Geschichte der Ukrainer ist eine Geschichte der Bedrohungen und Besetzungen seit langer Zeit. Immer wieder kämpfte dieses resiliente Volk unglaublich tapfer für das Gebiet. Kein Wunder, dass sie nicht aufgeben! Wir müssen ihnen Anerkennung und Respekt zollen und ihre Geschichte verstehen“, heißt es auf der homepage von Lebenszeichen.

Der russische Kriegspräsident Putin begründet seinen Anspruch mit der russischen Geschichte. Der Historiker Andreas Kappeler führte im Dlf einen Monat vor Kriegsbeginn die antiukrainische Politik der Putin-Regierung auf den Zusammenbruch der Sowjetunion zurück. Kappeler machte ein postimperiales Trauma aus.  Putins Hegemonialstreben zielt laut Kapppeler auf die Wiederherstellung des Imperiums ab – in kleinen Schritten, seine Vermutung. Aus diesen kleinen Schritten wurde ein großer Krieg mit Kriegsverbrechen und ethnischen Säuberungen.

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