Greta Thunberg: Bergbaupolitik ist ein Paradebeispiel für Neokolonialismus

Die Klimaaktivistin mischt sich in die Bergbaudebatte ein und unterstützt mit ihrer medialen Reichweite und Prominenz die Proteste der Sami gegen das geplanten Bergbauvorhaben in Gállok und Jokkmokk.

Von Jan Diedrichsen

„Schweden ist daran gelegen, international als ein Land wahrgenommen zu werden, das bei den Menschenrechten und der Klimapolitik eine Vorreiterrolle einnimmt. Aber das Gegenteil ist der Fall, sagt Greta Thunberg  gegenüber SVT Sápmi.

 

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„Jeder hat eine Verantwortung, und so versuchen wir, unsere Plattform zu nutzen und uns mit den samischen Aktivisten zu solidarisieren, die bereits gegen die Bergbaupläne in Gállok kämpfen“, sagt Greta Thunberg, die in Gállok und Jokkmokk vor Ort war. Zusammen mit anderen samischen Aktivistinnen protestieren sie zwei Tage für das Klima und gegen die Bergbaupläne in der Region.

„Dies ist ein typisches Beispiel für Neokolonialismus. Man sagt, dass wir Minen und Mineralien brauchen, um die Klimakrise zu bewältigen, versucht aber zu verbergen, dass es um etwas ganz anderes geht.“

Als SVT Sápmi sie im verschneiten Jokkmokk trifft, ist sie nicht zimperlich mit ihrer Kritik an den schwedischen Bergbauplänen.

Ihr Interview ist hier (auf Schwedisch) nachzuhören

„Wenn es hier in Schweden ein Problem gibt, sollten wir meiner Meinung nach etwas dagegen tun. Jeder hat eine Verantwortung, und wir versuchen, unsere Plattform zu nutzen und das zu tun, was wir können, um uns mit den samischen Aktivisten, die bereits kämpfen, zu solidarisieren.“

Was in Gállok geschehen würde, sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre kein Hauptbeitrag zu einem so genannten grünen Übergang, ist sich Thunberg sicher. „Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass wir die Klimakrise nicht mit demselben Ansatz lösen könnten, der uns in sie hineingeritten hat. Ausbeutung von Natur und Mensch durch Kolonialismus. Ich weiß, das ist sehr vereinfacht, aber im Grunde ist es wahr. Was hier in Sápmi passiert, kommt in der öffentlichen Debatte nicht vor“, sagt Greta Thunberg.

Sie hat den Aktivistinnen und Aktivisten dabei geholfen, dem Aufbegehren gegen die Bergbaupläne eine breite Öffentlichkeit zu verschaffen.

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