Filmfestival in Berlin eröffnet mit Beitrag über das tragische Schicksal jesidischer Frauen und Mädchen

Von Jan Diedrichsen

Heute, am 16. September 2021, eröffnet das 4. Human Rights Film Festival Berlin.

Das Festival beginnt mit einer Deutschlandpremier: SABAYA.

Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem Sundance Film Festival am 30. Januar 2021 (Gewinner). Kurz darauf erwarb MTV Documentary Films die US-Vertriebsrechte an dem Film und zeigte ihn am 22. April 2021 auf der CPH:DOX (Kopenhagen).

Veranstaltungsort ist heute von 20:00-22:00 Uhr Atelier Gardens, Oberlandstraße 26-35, 12099 Berlin

 

Bewacht von kurdischen Streitkräften sind 73.000 Anhänger des Daesh (ISIS) im Lager Al-Hol im Nordosten Syriens eingesperrt. Es gilt als das gefährlichste Lager im Nahen Osten und befindet sich inmitten einer instabilen politischen und militärischen Realität, in der Daesh immer noch allgegenwärtig ist.  Daesh töte in der irakischen Provinz Sinjar Tausende von Jesiden und entführte Tausende von jesidischen Frauen und Mädchen, um sie als Sexsklaven zu halten und zu verkaufen – Sabaya genannt.

In SABAYA retten Mahmud, Ziyad und andere Freiwillige des Yazidi Home Center die Sabaya, die immer noch von Daesh in dem Lager festgehalten werden. Mahmud und Ziyad, die ständig telefonieren, rauchen und sich manchmal auch streiten, bereiten ihre Einsätze systematisch vor und wissen genau, wen sie wo suchen müssen. Oft in Begleitung von weiblichen Infiltratoren – einige von ihnen ehemalige Sabaya – und mit nichts als einem alten Handy und einer kleinen Pistole bewaffnet, fahren sie in einem unauffälligen Lieferwagen zum Lager. Dort angekommen, meist nachts, müssen sie extrem schnell handeln, um mögliche Gewalt zu vermeiden.

Unter der liebevollen Fürsorge von Mahmuds Frau Siham und seiner Mutter Zahra mag es lange dauern, bis die jungen Frauen geheilt sind, aber vielleicht werden die traumatisierten Mädchen eines Tages auch stark genug sein, um selbst zu mutigen Infiltratorinnen zu werden und dabei zu helfen, noch mehr jesidische Sabaya aus den Klauen einer Ideologie zu befreien, die nichts außer sich selbst duldet.

Der Film wurde von dem renommierten schwedisch-kurdischen Regisseur Hogir Hirori gedreht und geschnitten.

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