Feryad Fazil Omar über Vorurteile und die unterschätzte kurdische Kulturnation

Von Jan Diedrichsen

VOICES hat mit Feryad Fazil Omar, Wissenschaftler und Menschenrechtler aus Berlin, gesprochen. In diesem zweiten Teil des Interviews berichtet der ehemalige Bundesvorsitzende der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) über die frustrierende Tatsache, dass die kulturellen Leistungen der Kurden, nicht zuletzt auch auf dem Gebiet der klassischen Literatur, nur von wenigen Menschen wahrgenommen und gewürdigt werden. Feryad Omar hat es sich zur Lebensaufgabe gesetzt, die Weltöffentlichkeit für die kulturellen Leistungen der Kurden zu sensibilisieren und dabei das Bild vom „wilden Kurdistan“, das  bereits von Karl May geprägt wurde, zurechtzurücken.

Er berichtet unter anderem darüber, wie er bereits als junger Mann in der Bundesrepublik als Kurde mit Steoretypen konfrontiert wurde und wie er mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen dazu beitragen will, die Kurden ins rechte Licht zu rücken. Er spart dabei nicht mit Kritik, unter anderem an dem stiefmütterlichen Dasein, welches die kurdische Sprache und Literatur an den Universitäten weltweit fristet.

— Der erste Teil des Interviews über die politische Lage in der Region findet sich hier.

Zur Person: Feryad Fazil Omar (* 11. September 1950 in Sulaimaniyya, Irak) ist ein irakischer Literatur- und Sprachwissenschaftler sowie kurdischer Schriftsteller. Seit 1982 ist er Dozent an der Freien Universität Berlin am Institut für Iranistik im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften. Omar ist Gründer und Präsident des Instituts für Kurdische Studien Berlin. Er war von 2012 bis 2017 Bundesvorsitzender der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker.

 

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