„Es gibt keinen Minderheitenstreit in der Ukraine mehr: Wir kämpfen alle gemeinsam ums Überleben“

Vertreter der Minderheiten und Nationalitäten aus der Ukraine sprachen in Flensburg über die katastrophale Lage im Kriegsgebiet.  Die FUEN  hat eine Hilfskampagne für die Minderheiten in der Ukraine organisiert und appelliert an die Solidarität aller Minderheiten in Europa diese zu unterstützen.

Rowschan Tagijew (links) gehört zur aserbaidschanischen Minderheit in der Ukraine und ist Vorsitzender des Dachverbandes der nationalen Minderheiten der Ukraine. Foto: Martin Ziemer, (c) FUEN

Von Jan Diedrichsen

„Es gibt keinen Minderheitenstreit in der Ukraine mehr: Wir kämpfen alle gemeinsam ums Überleben im Krieg gegen Russland“, so Rovshan Tagiyev, Vorsitzender der Dachorganisation der Nationalitäten und Minderheiten in der Ukraine während einer Konferenz der Federal Union of European Nationalities (FUEN) in Flensburg. Die FUEN vertritt über 100 Minderheitenorganisationen in Europa, unter anderem auch den Zusammenschluss der Nationalitäten der Ukraine. In keinem anderen Land in Europa gibt es so viele autochthone Minderheiten und Nationalitäten, wie in der Ukraine.

„Es ist kein Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Dies ist ein Krieg zwischen Europa und Russland. Das ukrainische Volk kämpft für Europa, und es ist schwer zu verstehen, warum nicht mehr getan wird, wenn ein paar Kilometer entfernt Europäer getötet werden.

Dies war eine von mehreren klaren und unverständlichen Botschaften von Rovshan Tagiyev während der FUEN-Konferenz über die Zukunft Europas.

Der Präsident der Vereinigung der Nationalitäten der Ukraine war zusammen mit Brenzovics László, dem Präsidenten des Kulturbundes der Ungarn in den Unterkarpaten, Ukraine, angereist um im deutsch-dänischen Grenzland aus erster Hand über die Situation in dem vom Krieg zerrütteten Land zu berichten:

„Das Ausmaß der Zerstörung ist kaum vorstellbar. In einigen Städten gibt es nichts mehr“, sagte Rovshan Tagiyev, dessen Frau aus Mariupol stammt. „Wir wissen nicht, ob ihre Familie noch am Leben ist.“

Die beiden Vertreter wiesen darauf hin, dass die FUEN wiederholt und zu Recht die Minderheitenpolitik der Ukraine kritisiert habe. Aber dieser Krieg ist keine Frage der Minderheitenpolitik oder von Minderheiten. „Das betrifft uns alle. Minderheit und Mehrheit. In der Ukraine stehen wir jetzt zusammen, weil wir alle ums Überleben kämpfen“, erklärten sie und dankten dann der großen Solidarität in Europa. „Wir sind sehr dankbar. Wir sind es wirklich, aber die Menschen in Europa sind sich immer noch nicht bewusst, dass sie eigentlich auch bereits im Krieg stehen. Putin träumt davon, die alte Sowjetunion wieder auferstehen zu lassen und wird mit der Ukraine nicht enden. Wenn dieser Krieg beendet werden soll, muss dies jetzt geschehen“, so die unmissverständliche Botschaft von Rovshan Tagiyev.

Die FUEN  hat eine Hilfskampagne für die Minderheiten in der Ukraine organisiert und appelliert an die Solidarität aller, diese ebenso zu unterstützen

Siehe auch Berichterstattung des „Nordschleswigers“ 

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