DIE EROBERUNG GEHT WEITER – IN MEXIKO FÜHREN STAAT, LATIFUNDISTEN UND MAFIA KRIEG GEGEN DIE INDIGENEN VÖLKER

Von Wolfgang Mayr

Die indigenen ZapatistInnen aus Chiapas setzen nach ihrer Ankunft in der autonomen Gemeinschaft Galicien in Spanien ihre Reise des Lebens fort. Sie wollen in Spanien, dem Land der Eroberer ihrer Heimat, ihre Botschaft verbreiten: Auch 500 Jahre nach der Zerstörung des Azteken-Staates geht der Krieg der Nachfahren der Eroberer gegen die Indigenen weiter. Beispiel: Im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ermordeten Killer Marco Antonio Arcos Fuentes, Präsident des Dorflandrats von Jaleaca de Catalán. Fuentes wehrte sich gemeinsam mit seinen indigenen Landsleuten gegen die illegale Abholzung der Gemeinde-Wälder.

Der Raubbau an den Wäldern wird von einer eigenartigen Allianz betrieben, berichten die Solidaritätsplattformen Amerika21 und Nachrichtenpool Lateinamerika: Staatliche Behörden und ihre Sicherheitskräfte im Zusammenspiel mit der Mafia und den Großgrundbesitzern.

Der Mord an Fuentes reiht sich in eine Serie von Verbrechen gegen Umweltschützer in Guerrero ein, die oft als Vorstand der Gemeindeländereien amtieren.  Laut dem Menschenrechts-Netzwerk Red TDT wurden 2019 und 2020 in Mexiko 45 MenschenrechtlerInnen ermordet. Im Visier der fortgesetzten Eroberung stehen die indigenen Völker, wie die Yaqui im Norden Mexikos, die sich auch gegen den Raubbau stemmen.

Über die Yaqui hat Kriminalautor Paco Ignacio Taibo ein spannendes Buch geschrieben – „Die Yaqui – Indigener Widerstand und ein vergessener Völkermord.“ Paco Ignacio Taibo porträtiert die Yaqui, ihre Geschichte und Kultur. Taibo beschreibt den 42 Jahre dauernden Widerstand Ende des 19. Jahrhunderts der Yaqui-Guerrilla gegen Land-Raub und ihre Unterwerfung durch den mexikanischen Staat. Der Autor macht auf einen verdrängten und deshalb vergessenen Genozid aufmerksam.

Seit der Ankunft der Spanier im heutigen Lateinamerika wehrten sich die Yaqui gegen die Invasoren, die ihr Land rauben wollten. Mitte des 19. Jahrhunderts startete die mexikanische Regierung als Reaktion auf den Yaqui-Widerstand einen Vernichtungskrieg. Die mexikanische Regierung  begründete den Krieg mit der angeblichen „Zivilisierung“ des indigenen Volkes. Der Staat enteignete das gemeinschaftlich bewirtschaftete Land, um es an Siedler, Bergbau- und Agrarunternehmen zu verschenken. Als sich die Yaqui wehrten, ließ die Regierung das Yaqui-Territorium besetzen, das mexikanische Militär massakrierte Unbewaffneten und deportierte Tausende. Mit Pfeil und Bogen und Jagdflinten wehrten sich die Yaqui gegen schwerbewaffnete Soldaten, die einen erbarmungslosen Krieg führten.

Heute leben die Nachfahren der Yaqui wieder im Süden des mexikanischen Bundesstaats Sonora, der im Norden an Arizona grenzt.

Taibos Buch erinnert an den langen Kampf der Yaqui und rekonstruiert ein unbekanntes Kapitel der mexikanischen Geschichte.

Mexiko: Wieder Mord an einem Umweltschützer in Guerrero – NPLA

Black Mosquito Paco Ignacio Taibo II: Die Yaqui Mailorder (black-mosquito.org)

Red TDT – Red Nacional de Organismos Civiles de derechos humanosTodos los derechos para todas y todos

Pueblos indígenas en México : Sistema de Información Cultural-Secretaría de Cultura (sic.gob.mx)

Inicio – Congreso Nacional Indígena (congresonacionalindigena.org)

E – Z – L – N (ezln.org.mx)

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